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Aufhören mit dem Rauchen

Gute Gründe und geeignete Präparate

Einer aktuellen DAK-Umfrage zufolge will jeder Neunte den Jahreswechsel nutzen, um mit dem Rauchen aufzuhören. Einige Tipps dazu gibt die Apothekerkammer Niedersachsen.
Daniela Hüttemann
02.01.2019
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»Verschreibungsfreie Nikotin-Ersatzprodukte wie Pflaster, Kaugummi & Co. aus der Apotheke steigern die Chancen auf einen erfolgreichen Ausstieg«, so die Apothekerkammer Niedersachsen. Ziel sei es, vorübergehend Nikotin in absteigender Dosis zuzuführen, um Entzugssymptome zu lindern, ohne die karzinogenen Nebenprodukte des Tabakrauchs.

Doch nicht jedes Produkt passe zu jedem Rauchertyp. Gelegenheitsrauchern empfiehlt die Kammer vorzugsweise kurzwirksame Präparate wie Nikotin-haltige Mundsprays, Lutschtabletten oder Kaugummis. Die Präparate vermittelten wegen ihrer höheren Anflutungsgeschwindigkeit eher das Gefühl, Kontrolle über die Nikotin-Zufuhr zu haben. Wer dagegen bislang regelmäßig zur Zigarette greife, sei mit einem Pflaster, dass das Nikotin kontinuierlich über eine bestimmte Dauer freisetzt, besser beraten. So bleibe der Nikotin-Serumspiegel relativ konstant. Verschreibungspflichtiges Nikotin-Nasenspray imitiere am ehesten die Geschwindigkeit der Nikotin-Freisetzung durch Tabakprodukte.

»Bei starken Rauchern hat sich die Kombination von langwirksamen Produkten zum Beispiel in Form eines Pflasters mit einem kurzwirksamen Produkt  als sehr wirkungsvoll erwiesen«, so die Kammer. Eine Nikotin-Ersatztherapie dauert in der Regel zwischen acht bis zwölf Wochen. Dabei wird die Dosis schrittweise reduziert. Voraussetzung für die erfolgreiche Entwöhnung ist, dass der Raucher wirklich aufhören will. Unterstützung und Beratung bekommt er dazu in der Apotheke.

Positive Effekte sind sofort spürbar

Die Apotheker können viele gute Gründe nennen, wieso sich das Aufhören lohnt: Im Tabak sind circa 4800 unterschiedliche Stoffe enthalten, von denen mindestens 90 gesichert oder mutmaßlich erbgutverändernd oder krebsfördernd wirken. Mit jedem Zug an einer Zigarette steigt das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Krebs: Bei Rauchern ist das Herzinfarktrisiko um 65 Prozent erhöht; rund zwei Drittel der Krebserkrankungen der Atemwege gehen auf Tabakkonsum zurück. Erst nach etwa fünf Jahren Rauchfreiheit hat sich das Risiko eines Ex-Rauchers, an Lungenkrebs zu sterben, wieder halbiert.

Doch erste Verbesserungen treten binnen kürzester Zeit auf: Schon nach 20 Minuten ohne Zigarette normalisiert sich der Puls, die Ausschüttung des Stresshormons Dopamin wird gesenkt. Nach acht Stunden sinkt der Kohlenmonoxid-Spiegel auf Normalwerte, nach einer Woche normalisiert sich der Blutdruck. Wenige Monate später verschwindet die Kurzatmigkeit, die Nasennebenhöhlen werden freier und der Hustenreiz nimmt ab. Langfristig wird die Haut glatter und rosiger, Verfärbungen an Fingern, Händen und Lippen verblassen. 

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