| Daniela Hüttemann |
| 28.09.2026 12:10 Uhr |
Fast jede Schwangere hat irgendwann eine Frage zu Medikamenten. Wichtig ist, ihre Bedenken ernst zu nehmen, ruhig aufzuklären und die Grenzen der Selbstmedikation sicher zu kennen. / © Getty Images/Dimensions
Erst kürzlich zeigte eine neue Studie, dass Paracetamol während der Schwangerschaft die Fortpflanzungsorgane weiblicher Nachkommen beeinflussen kann. Die Ergebnisse gingen durch die Medien. »Auch Ihre Kundinnen lesen das. Sie müssen es einschätzen können und informieren, ohne Ängste zu generieren«, sagte Dr. Katja Renner, Apothekerin aus Wassenberg, vergangene Woche beim gemeinsamen Fortbildungskongress der Apothekerkammern Niedersachsen und Westfalen-Lippe auf Langeoog. Auch ein Blick in den Beipackzettel verunsichert oft mehr, als dass er hilft.
Eine verlässliche Quelle ist die Datenbank Embryotox. Hier steht die Ampel weiterhin auf Grün: »Bei medikamentös behandlungspflichtigen Schmerzen gehört Paracetamol in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Analgetika der Wahl.« Gleiches gilt für Fieber. Im ersten und zweiten Trimenon (nicht im dritten) kann Ibuprofen eine Alternative sein.
80 bis 90 Prozent der Schwangeren nehmen mindestens ein Arzneimittel ein, rezeptpflichtig oder in der Selbstmedikation. »Die Frage lautet nicht, ob, sondern welches, zu welchem Zeitpunkt und wie sie dazu beraten wird«, so Renner. Und was schon grundsätzlich gilt, gilt in der Schwangerschaft erst recht: »so wenig wie möglich, so viel wie nötig«.
Typische Beschwerden, die mit einer Schwangerschaft einhergehen, wie Übelkeit und Sodbrennen oder häufige banale Erkrankungen wie Erkältungen, können oft in der Selbstmedikation behandelt werden. Dabei sollte man zuerst zu nicht medikamentösen Maßnahmen raten. Für Apothekenteams ist wichtig, die Grenzen der Selbstmedikation sicher zu erkennen. Zudem sollten Schwangere jedes Arznei- und auch Nahrungsergänzungsmittel, das sie anwenden, auch ihrem Gynäkologen nennen.
Renner empfiehlt fünf Fragen für die Entscheidungsfindung zu einer Medikamenteneinnahme: