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Impfgipfel
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Grünenpolitiker und Arzt begrüßt Impfungen in Apotheken

Beim Impfgipfel des Tagesspiegels befürwortete Johannes Wagner, Arzt und Abgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, Impfungen in Apotheken. Darüber hinaus wurden die Anforderungen an den Standort Deutschland sowie Möglichkeiten, höhere Impfquoten zu erreichen, erörtert.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 08.10.2026  09:00 Uhr

Bei der Veranstaltung drehte sich alles darum, die Impfquoten zu erhöhen. Mit Blick auf die Impfkampagne der KBV »Impfen beim Profi« sagte Wagner: »Es schadet nicht, dass Apotheken impfen. Deswegen habe ich nichts dagegen«, so der Arzt.

Hendrik Streeck, Sucht- und Drogenbeauftragter der Bundesregierung, ist der Meinung, dass das Impfen während der Pandemie politisiert wurde. »Es muss wieder normalisiert werden«, so der Appell des Virologen. Er plädiert für eine »Normalisierungskampagne« und dafür, dass die gesellschaftliche und medizinische Notwendigkeit wieder im Vordergrund steht. Dies könne aber schlecht von der Politik kommen.

Auch die Primärversorgung könne zu mehr Impfungen führen. Wie auch der Gesundheitspolitiker Serdar Yüksel (SPD) betonte Streeck, dass es dabei um ein Primärversorgungs- und kein Primärärztesystem gehen soll. Er forderte, die Prävention »mehr in die Fläche« zu bringen und die »Quartalslogik« zu verlassen. 

Streeck zum digitalen Impfpass: »Da ist die Gematik etwas überfordert«

Laut Han Steutel, Präsident des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (vfa), soll der digitale Impfpass die erste Priorität bei der elektronischen Patientenakte (ePA) sein, da die Impfquoten erhöht werden sollen. Dies sei im Moment jedoch nicht der Fall. Auch die Erinnerungsfunktion sei aktuell sehr wichtig. »Wer checkt schon sein gelbes Heft?«, sagte er mit Blick auf den derzeitigen Impfpass.

Streeck erinnerte daran, dass die CovPass-App während der Corona-Pandemie schnell verfügbar war. Der digitale Impfpass sei jedoch ein Ausweis und stelle daher andere Anforderungen. »Da ist die Gematik etwas überfordert«, so seine Vermutung. Eine Lösung könnte die EUDI-Wallet sein. Das European Digital Identity Wallet ist eine digitale Brieftasche auf dem Smartphone, mit der sich Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen in der gesamten Europäischen Union sicher und einheitlich ausweisen können. »Das könnte der Sprung sein, um einen digitalen Pass zu bekommen.« Dies würde dann nicht über die Gematik, sondern über das Digitalisierungsministerium laufen.

»Die Standortpolitik gehört nicht zur GKV«

Diskutiert wurde auch über den Pharmastandort Deutschland. Steutel lobte, dass die Impfstoffhersteller während der Pandemie viel Aufmerksamkeit erhalten haben und schnell Impfstoffe produzieren konnten. Dennoch gebe es aktuell das Paradoxon, dass Biontech seine Produktionsstandorte einstelle. Als Beispiel nannte er die Schließung des Werks von GSK in Dresden.

Steutel hofft, dass ausländische Firmen oder Investoren Chance erkennen. Die Bundesregierung biete aber keine Willkommenskultur für Unternehmen. »Es wäre für ganz Europa schlecht, wenn diese Produktionskapazitäten verschwinden würden«, so Steutel.

Mit Blick auf die Attraktivität des Standorts stellte Streeck klar, dass dies ein Thema für das Wirtschaftsministerium und nicht für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sei. »Die Standortpolitik gehört nicht zur GKV.«

Mit Blick auf die hohen Medikamentenpreise sagte der Virologe außerdem, dass sich das System diese nicht mehr leisten könne. »Wir müssen die Leitplanken des AMNOG und die Preisfindung erneut bedenken«, sagte er und fügte hinzu, dass Deutschland nicht als Erstes die Medikamente auf den Markt bringen müsse. Zwar würden Medikamente immer besser, aber wenn jeder eine Abnehmspritze nehmen würde, wäre das Land pleite, so sein Fazit.

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