Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Philippi 
-
»Extra-Budget neben dem Haushalt für Präventionspolitik«

Beim siebten Impfgipfel des »Tagesspiegel« war heute Andreas Philippi (SPD), Niedersachsens Gesundheitsminister, zugeschaltet. Er plädierte dafür, den Menschen die Inanspruchnahme von Impfangeboten zu erleichtern, etwa in Apotheken. Außerdem kann er sich ein zusätzliches Budget für Präventionspolitik neben dem Haushalt vorstellen.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 07.10.2026  17:30 Uhr

Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen der Gesundheitsversorgung, sagte Philippi. »Wir müssen ganz klar überlegen, wie wir Präventionsmaßnahmen einsetzen können.« Er hält nicht nur die richtige Finanzierung und Priorisierung von Maßnahmen für wichtig, sondern auch, die Akzeptanz von Impfungen zu fördern und diese einfacher in den Alltag zu integrieren.

Er plädierte dafür, die Umsetzung in den Kommunen zu erleichtern – etwa durch weniger Bürokratie und mehr Zeit für Beratungen. »Wir sollten es den Menschen einfacher machen, Impfangebote wahrzunehmen.« 

Philippi teilte mit, dass er sich nach den Streitigkeiten und leichten Verwerfungen zwischen Apotheken und Praxen eingeschaltet habe. Ob es sich dabei um Folgen der Ärztekampagne »Impfen beim Profi« handelte, gab der Minister nicht preis. Er habe die Situation durch Kommunikation mit den Vertreterinnen und Vertretern klären können. Wichtig sei es, vor Aktionen miteinander zu reden und zu klären, wie alles funktionieren soll.

Patientinnen- und patientenfreundliche Digitalisierung

Viele würden sich heute intensiver mit Fragen der Prävention beschäftigen. »Darauf können wir aufbauen.« Aufklärung sei weiterhin wichtig, da Desinformation eine große Rolle spiele. Informationen von Ärztinnen, Ärzten oder Apotheken würden den Menschen dabei helfen, Entscheidungen zu treffen.

»Bei wirksamer Prävention sollte man nicht sparen.« Denn Impfungen würden langfristige Kosten und Krankenhausaufenthalte verhindern. Philippi plädierte dafür, sich einen Extra-Budget neben dem Haushalt für Präventionspolitik zu überlegen. 

Ein Nachteil sei, dass viele Akteurinnen und Akteure die Verantwortung für Impfungen tragen. Dies führe manchmal zu unnötiger Komplexität. »Wir müssen die Zusammenarbeit verbessern«, so sein Fazit. Für die Bürgerinnen und Bürger sei es nicht wichtig, wer dafür zuständig sei, sondern, dass sie am Ende die Impfung bekommen. Es bräuchte keine spektakulären Maßnahmen, sondern unter anderem eine pragmatische Zusammenarbeit und einen konsequenten Blick auf den Nutzen.

Er hält den digitalen Impfpass für einen wichtigen Schritt, um die Impfquoten zu verbessern. Auch die elektronische Patientenakte (ePA) werde in den kommenden Jahren vieles verbessern. Dafür sei eine gut funktionierende, patientinnen- und patientenfreundliche Digitalisierung nötig.

Mehr von Avoxa