| Alexandra Amanatidou |
| 08.10.2026 09:00 Uhr |
Diskutiert wurde auch über den Pharmastandort Deutschland. Steutel lobte, dass die Impfstoffhersteller während der Pandemie viel Aufmerksamkeit erhalten haben und schnell Impfstoffe produzieren konnten. Dennoch gebe es aktuell das Paradoxon, dass Biontech seine Produktionsstandorte einstelle. Als Beispiel nannte er die Schließung des Werks von GSK in Dresden.
Steutel hofft, dass ausländische Firmen oder Investoren Chance erkennen. Die Bundesregierung biete aber keine Willkommenskultur für Unternehmen. »Es wäre für ganz Europa schlecht, wenn diese Produktionskapazitäten verschwinden würden«, so Steutel.
Mit Blick auf die Attraktivität des Standorts stellte Streeck klar, dass dies ein Thema für das Wirtschaftsministerium und nicht für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sei. »Die Standortpolitik gehört nicht zur GKV.«
Mit Blick auf die hohen Medikamentenpreise sagte der Virologe außerdem, dass sich das System diese nicht mehr leisten könne. »Wir müssen die Leitplanken des AMNOG und die Preisfindung erneut bedenken«, sagte er und fügte hinzu, dass Deutschland nicht als Erstes die Medikamente auf den Markt bringen müsse. Zwar würden Medikamente immer besser, aber wenn jeder eine Abnehmspritze nehmen würde, wäre das Land pleite, so sein Fazit.