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Die Wearable-Lücke
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Große Verbreitung der Geräte, wenig Effekt 

Wearables und mobile Gesundheitsanwendungen gelten seit Jahren als Hoffnungsträger einer skalierbaren, kostengünstigen kardiovaskulären Versorgung. Doch zwei aktuelle US-Studien zeichnen ein erheblich nüchterneres Bild davon, wie weit der Weg von der Geräteverbreitung bis zur klinischen Wirksamkeit tatsächlich noch ist.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 24.06.2026  15:00 Uhr

Kritische Studie aus der Yale-Universität

Während die zuvor beschriebene Metaanalyse die Wirksamkeit digitaler Interventionen untersuchte, beleuchtet die im Fachjournal »JAMA Network Open« publizierte Studie eines Teams um Dr. Aline F. Pedroso von der Yale School of Medicine in New Haven, USA, die tatsächliche Nutzung von Wearables in der US-Bevölkerung. Grundlage waren drei aufeinanderfolgende Erhebungszyklen der national repräsentativen Health Information National Trends Survey (HINTS) aus den Jahren 2020, 2022 und 2024 mit insgesamt 17.395 Teilnehmern. Die Forschenden analysierten sowohl die Verbreitung von Wearables als auch deren regelmäßige Nutzung und die Bereitschaft zur Datenweitergabe an medizinische Fachkräfte.

Die Ergebnisse zeigen zunächst ein deutliches Wachstum der Wearable-Nutzung. Der Anteil der US-Erwachsenen, die ein Gerät zur Gesundheitsüberwachung einsetzen, stieg von 30,2 Prozent im Jahr 2020 auf 41,1 Prozent im Jahr 2024. Ein ähnlicher Trend zeigte sich bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen oder entsprechenden Risikofaktoren. Damit haben Wearables inzwischen eine Reichweite erreicht, die sie grundsätzlich zu einem relevanten Instrument für die öffentliche Gesundheit macht.

Die Studie offenbart jedoch eine erhebliche Diskrepanz zwischen Besitz und tatsächlicher Nutzung. Trotz der steigenden Verbreitung verwendete nur etwa die Hälfte der Nutzer ihr Gerät täglich. Dieser Wert verbesserte sich über den Beobachtungszeitraum nicht. Gleichzeitig nahm die Bereitschaft, die gesammelten Gesundheitsdaten mit Ärzten zu teilen, sogar von über 81 Prozent im Jahr 2020 auf rund 73 Prozent im Jahr 2024 ab. Noch gravierender ist, dass die tatsächliche Datenweitergabe auf niedrigem Niveau stagnierte. Selbst 2024 berichteten lediglich rund 19 Prozent der Nutzer, ihre Daten aktiv mit medizinischem Personal geteilt zu haben.

Die Forschenden identifizieren digitale Gesundheitskompetenz als wichtigen Einflussfaktor. Personen mit höherer digitaler Kompetenz nutzten Wearables häufiger, verwendeten sie regelmäßiger und waren eher bereit, Daten weiterzugeben. Interessanterweise führte dies jedoch nicht zu einer höheren tatsächlichen Datenübermittlung an Behandelnde. Daraus schließen die Forschenden, dass die wesentlichen Hürden inzwischen weniger auf Seiten der Patienten als vielmehr innerhalb der Versorgungssysteme liegen könnten. Fehlende Interoperabilität, unzureichende Integration in klinische Workflows und mangelnde Routinen für den Umgang mit patientengenerierten Gesundheitsdaten dürften eine zentrale Rolle spielen.

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