| Alexandra Amanatidou |
| 06.03.2026 11:56 Uhr |
»Wir brauchen eine Agenda. Das Legislaturdenken muss aufhören«, sagte Borchardt. Sie findet es wichtig, dass sich diese Bundesregierung oder die nächste mehr um Präventionsmaßnahmen kümmert und dranbleibt.
Kappert-Gonther forderte, über direkte Maßnahmen nachzudenken und diese zu ergreifen. »Make the health choice, the easy choice«, sagte die Grünen-Politikerin mit Blick auf die Ernährung von Kindern. Auf Deutsch bedeutet das: »Mach die gesunde Entscheidung zur einfachen Entscheidung.« Direkte Maßnahmen, die ergriffen werden könnten, wären höhere Steuern auf Alkohol, Tabak und Zucker. Außerdem findet sie, dass Werbung und Verfügbarkeit eingeschränkt werden sollten. »Bei Alkohol haben wir Millionen Angehörige von suchtkranken Menschen auf unserer Seite.«
»Seit 16 Jahren reden wir immer noch über Einschränkungen beim Alkohol«, so Dittmar. Bei manchen regulatorischen Maßnahmen, wie etwa dem begleiteten Trinken von 14-Jährigen, müsse sie den Kopf schütteln. Sie sprach sich dafür aus, mehr Gesundheitskioske zu haben, die die Menschen informieren und aufklären könnten. Diesen Vorschlag hatte auch die SPD Baden-Württemberg in ihrem Wahlprogramm.
»Mit diesen Maßnahmen erreicht man alle und zwar unabhängig vom sozioökonomischen Status«, so Reimann. Präventionsmaßnahmen würden jedoch nicht von allen Gesellschaftsschichten in Anspruch genommen. »In Frankreich und dem Vereinigten Königreich, wo es eine Zuckersteuer gibt, sind die Getränke nicht teurer geworden, sondern weniger süß«, so Kappert-Gonther. Somit seien die Konsumentinnen und Konsumenten nicht bestraft worden. Sie machte jedoch auch darauf aufmerksam, dass in Großbritannien Zucker durch Süßstoffe ersetzt wurde, was ebenfalls nicht förderlich für die Gesundheit sei. »Darauf müssen wir achten, dass das auch hier nicht passiert.« Denn diese Süßstoffe können krebserregend sein.
Auch Simone Borchardt sprach sich für eine Zuckersteuer aus. Dafür erhielt sie Zustimmung von den anderen Teilnehmern, da dieses Thema in ihrer Partei umstritten ist. So wurde der Vorschlag von Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, auf dem CDU-Parteitag abgelehnt.