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AOK-Präventionsgipfel
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Große Einigkeit bei der Zuckersteuer

Beim ersten deutschen Präventionsgipfel der Krankenkasse AOK in Berlin drehte sich, wie der Titel verrät, alles um Prävention und Präventionsmaßnahmen. Alle anwesenden Gesundheitspolitikerinnen sprachen sich für eine mögliche Zuckersteuer aus.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 06.03.2026  11:56 Uhr

Um wirksame und kosteneffiziente Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention drehte sich die gestrige Veranstaltung in Berlin. Beim AOK-Präventionsgipfel hielt Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die Keynote. Am Ende der Tagung fand eine Diskussionsrunde statt. An dieser nahmen Carola Reimann, Vorständin des AOK-Bundesverbandes, die gesundheitspolitische Sprecherin der Union, Simone Borchardt (CDU), Sabine Dittmar (SPD) sowie Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis 90/Die Grünen), die Mitglied im Gesundheitsausschuss ist, teil. Dittmar ist zwar aktuell kein Mitglied des Gesundheitsausschusses, die Ärztin war aber in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium (BMG).

»Prävention ist ein Hebel, um das Solidarsystem mit einer gesünderen Bevölkerung stabil zu halten«, sagte Reimann und fügte hinzu: »Wir machen Individualprophylaxen, aber wir brauchen einen gesundheitsfördernden Rahmen dazu.« Man müsse realistisch bleiben. Die Kassen bräuchten im kommenden Jahr sechs Milliarden Euro und in den nächsten Jahren Beiträge im zweistelligen Milliardenbereich. »Die wird man nicht einfach mit Prävention hebeln können, aber Prävention kann einen Beitrag leisten – auch kurzfristig«, so Reimann weiter

Prävention: Freiwilligkeit oder Regulation? 

»In den letzten Jahren haben wir es versäumt, das Thema richtig aufzugreifen und mit Maßnahmen zu untermauern«, sagte Borchardt. Unser System sei nach Krankheit ausgerichtet. Es brauche Mut, »das System wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen«. Mit Blick auf Werbeverbote für ungesunde Lebensmittel sagte sie, dass die Menschen heutzutage aufgeklärt seien und die Fakten kennen. Das große Problem sei nicht der enthaltene Zucker in den Produkten, sondern die Wertschöpfungsketten. »Politik muss lernen, in den Wertschöpfungsketten zu denken. Da reden wir wirklich über Milliarden«, sagte sie und fuhr mit Blick auf das Konzept »Health in all policies«, zu Deutsch »Gesundheit in allen Politikbereichen«, fort: »Gesundheit ist ein Querschnittsthema.«

»Das Thema ist nicht verschlafen, wir haben es immer diskutiert, haben aber die falschen Entscheidungen getroffen«, sagte Dittmar und gab die Freiwilligkeit von Nutri-Score als Beispiel an. Dabei handelt es sich um ein fünfstufiges Kennzeichnungssystem auf Lebensmittelverpackungen, das die Nährwertqualität auf einen Blick vergleichbar macht. »Wir brauchen regulatorische und verpflichtende Elemente«, sagte die SPD-Politikerin. »Vieles ist in Deutschland föderal geregelt und es gibt ein toleriertes Genuss-Konsum-Verhalten. Die Individualprophylaxe wird in den Vordergrund gestellt.« Die zu treffenden Entscheidungen seien unpopulär, aber die Bevölkerung sei bereit, sie zu tragen.

»Wir sind in Deutschland da, wo wir auch beim Eurovision Song Contest landen. Am vorletzten Platz«, sagte Kappert-Gonther. Die Maßnahmen in Deutschland seien wegen der starken Lobbys miserabel. Eine Besteuerung würde nicht zu Verboten führen, sondern dazu, dass »potenziell tödliche Mittel weniger konsumiert werden«. Auch Werbung könnte eingeschränkt werden. Der Widerstand in der Bevölkerung wäre für einen Moment da, den man aushalten müsste. »Aber dann würden die Menschen das akzeptieren, so wie sie es beim Rauchverbot getan haben, und die Folgen wären sowohl für die Menschen als auch für die Demokratie sichtbar.« Die Politik bräuchte mehr Mut und müsste der Bevölkerung mehr zutrauen.

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