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Cochrane-Review
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Ginkgo kann Symptome bei Demenz etwas verbessern

Ein aktueller Cochrane-Review bestätigt eine leichte Verbesserung der kognitiven Symptome bei Demenz durch die Anwendung von Ginkgo-Extrakt und revidiert somit ein Review aus dem Jahr 2009, das keine ausreichende Evidenz gegeben sah.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 16.02.2026  12:00 Uhr

Ein Team um Professor Dr. Lisa Wieland von der Georgetown University in Washington führte im Rahmen einer Metaanalyse eine Bewertung der Vor- und Nachteile von Ginkgo biloba durch. Eingeschlossen wurden 72 randomisierte Studien mit insgesamt 9783 Teilnehmenden, die unter anderem an leichten kognitiven Beeinträchtigungen (MCI) oder diagnostizierter Demenz litten. In den Studien wurden Ginkgo‐Präparate mit Placebo oder anderen Arzneimitteln verglichen oder zusätzlich zu anderen Behandlungen eingesetzt. In den meisten Studien wurde eine Tagesdosis von 240 mg Ginkgo-Extrakt eingesetzt. Das Gros der geprüften klinischen Studien umfasste Daten zum Extrakt EGb761®, bekannt unter dem Markennamen Tebonin®.

Gewisser Nutzen bei diagnostizierter Demenz 

Zur Beurteilung der Wirkung von Ginkgo gegenüber Placebo bei Patienten mit bestätigter Demenz wurden dreizehn Studien mit 3288 Teilnehmern herangezogen. Die Beurteilung erfolgte anhand des Syndrom-Kurztests, der ADL International Scale und einer sechsstufigen Likert-Skala.

Die Wirksamkeit wurde anhand der Mittelwertdifferenz (MD) zwischen Behandlungs- und Placebogruppe beschrieben. Die MD beschreibt die tatsächliche mittlere Punktereduktion auf der verwendeten Skala. Dabei bedeuten negative Werte bessere Ergebnisse zugunsten von Ginkgo.

Nach sechs Monaten wiesen Patienten unter Ginkgo eine bessere Kognition (Syndrom-Kurztest, MD –1,86), eine leichte Verbesserung in den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL International Scale, MD –0,19) und einen verbesserten klinischen Gesamtstatus auf (Sechs‑Punkte‑Likert‑Skala, MD –0,06). Das Ergebnis deutet darauf hin, dass es bei Menschen mit bestätigter Demenz nach einer sechsmonatigen Behandlung mit Ginkgo-Extrakt kleine bis mäßige Vorteile geben kann.

Wenig bis kein Einfluss bei milder Beeinträchtigung

Zwölf Studien mit 1913 Teilnehmern verglichen die Anwendung von Ginkgo gegen Placebo für sechs Monate bei Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen. Zur Beurteilung wurden die Clinical Dementia Rating Scale, die Alzheimer’s Disease Assessment Scale – Cognition und die Instrumental ADL Scale verwendet.

Sowohl für die Auswirkungen auf den klinischen Gesamtstatus (CDR-Skala, MD –0,03) als auch auf die Kognition (ADAS-Cog, MD –0,07) und die Aktivitäten des täglichen Lebens (IADL, MD –0,05) waren die Unterschiede zu gering, um klinisch relevant zu sein. Die Forschenden resümieren, dass Ginkgo bei Menschen mit MCI wahrscheinlich wenig oder keinen Einfluss auf den allgemeinen Zustand, die Kognition oder die ADL hat.

Evidenz insgesamt niedrig

Weder bei Patienten mit Demenz noch mit MCI fanden die Autoren Hinweise auf ein erhöhtes Risiko schwerer unerwünschter Ereignisse durch Ginkgo (relatives Risiko 0,88 beziehungsweise 0,95). Ebenso verursachte Ginkgo in beiden Indikationen wahrscheinlich nicht mehr unerwünschte Ereignisse als Placebo (RR 0,95 beziehungsweise 0,98).

Auch wenn die Ergebnisse geringe bis mäßige Vorteile andeuten, weisen die Autoren darauf hin, dass es schwierig sei, eine eindeutige Schlussfolgerung zu ziehen, da einzelne Studien zu unterschiedlichen Einschätzungen hinsichtlich des Nutzens gelangt seien. Daher stuft das Team die Evidenzsicherheit insgesamt als niedrig ein.

Da in einem Großteil der Studien der von Schwabe entwickelte Spezialextrakt getestet wurde, beurteilt der Tebonin-Hersteller das Outcome des Reviews grundsätzlich positiv. Hinsichtlich der Einschätzung zur Wirksamkeit bei MCI weist Schwabe allerdings darauf hin, dass die zur Bewertung verwendeten Skalen nicht sensitiv genug seien, um leichte kognitive Einschränkungen zu erfassen. Auch seien Studien mit positiven Wirksamkeitsergebnissen bei MCI-Patienten nicht berücksichtigt worden.

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