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»Schlosstaler« für gute Bewertung

Gericht: Apotheke darf Facebook-Likes nicht belohnen

Eine Bonner Apotheke darf Facebook-Likes, mit denen Kunden das Geschäft positiv bewerten, nicht belohnen. Das entschied das Bonner Landgericht, wie eine Gerichtssprecherin am heutigen Mittwoch mitteilte. Auch die Eigenbezeichnung als exklusive Notfall-Apotheke wurde gerügt.
dpa
14.01.2021  15:00 Uhr

Laut Gericht hat die Apotheke in gleich mehreren Punkten auf irreführende Weise für sich geworben. Eine Werbung mit bezahlten Empfehlungen Dritter, die sich den Anschein einer objektiven Bewertung gebe, sei unzulässig, hieß es im Urteil. Dazu gehöre auch das Daumen-Hoch-Zeichen bei Facebook. Die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs hatte gegen die Apotheke geklagt.

Neben dem wettbewerbswidrigen Angebot, die Likes mit sogenannten »Schlosstalern« zu honorieren, mit denen die Kunden Prämien einlösen konnten, hatte sich die Offizin auch als exklusive Notfall-Apotheke bezeichnet. Auch dies sei eine unlautere Werbung, da jede Apotheke auch eine Notfall-Apotheke sei, so das Gericht.

Kooperation mit Altenheim

Abgemahnt wurde der Apothekeninhaber, der mit einem Bonner Altenheim kooperiert, schließlich auch, weil er in einem Rundschreiben an die Heimbewohner suggeriert habe, ihnen entstünden Nachteile, wenn sie ihre Medikamente anderswo als in seiner Apotheke kauften. Das sei wettbewerbsmäßig nicht hinzunehmen, hieß es. (AZ: LG Bonn 14 O 82/19)

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