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Schweden
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Gemeinsam gegen Einsamkeit 

Das Projekt »Vänvård« läuft seit rund einem Jahr. Es ist eines der ersten Modellprojekte, das Einsamkeit begegnen und bekämpfen soll. Der schwedische Apothekenleiter Roro Wirlander Beydoun der »Apotek Hjärtat« zieht gegenüber der PZ Bilanz. 
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 27.04.2026  10:30 Uhr

Aktuellen Erkenntnissen der World Health Organization (WHO) zufolge lebt eine von vier Personen im Alter von über 60 Jahren in Europa in Einsamkeit. 28 Prozent der europäischen Mädchen und 13 Prozent der Jungen geben an, dass sie sich einsam fühlen. Schweden gilt als einer der Vorreiter, wenn es darum geht, gesundheitsschädigende Einsamkeit anzupacken. Ein Beispiel dafür ist das Projekt »Vänvård« in der »Apotek Hjärtat«. 

Vor ungefähr einem Jahr hat Apothekenleiter Roro Wirlander Beydoun das Projekt implementiert. Zuvor hatte die schwedische Regierung ausgesprochen, dass auch Unternehmen im Kampf gegen unfreiwillige Einsamkeit ihren Teil beitragen können. Dafür wurde ein Unternehmensnetzwerk gegründet, dem auch die »Apotek Hjärtat« angehört: »Ziel des Netzwerks ist es, die Wirtschaft in den Kampf gegen unfreiwillige Einsamkeit einzubinden«, heißt es auf der Homepage der Apotheke.

Finanzielle Unterstützung seitens der Regierung ist zwar laut Wirlander Beydoun ausgeblieben, jedoch habe das Unternehmen intern »einen angemessenen Geldbetrag zur Deckung der Projektkosten bereitgestellt«, so Wirlander Beydoun. 

Projekt »Vänvård«

Erster Schritt war Schulungsmaterial für das eigene Personal, wie man unfreiwilliger Einsamkeit begegnen kann. Die Mitarbeitenden haben eine Stunde »Freundschaftszeit« im Monat frei zu ihrer Verfügung. Wie sie diese Zeit nutzen, ob am Stück, oder aufgeteilt, ob für Ehrenamt oder für ein Telefonat mit einer Freundin oder einem Freund, bleibt ihnen überlassen.

Sein Rat an deutsche Apotheken, die ein Projekt dieser Art implementieren wollen, sei, diese Freiheiten beizubehalten. »Es macht keinen Sinn, dies verbindlich vorzuschreiben oder das Unternehmen entscheiden zu lassen, was zu tun ist und mit wem«, so Wirlander Beydoun gegenüber der PZ.

»Der Nutzen dieses Projekts liegt zunächst beim Mitarbeiter selbst, wird aber im Gesamtprozess auch vom Unternehmen wahrgenommen«, so Wirlander Beydoun. Er berichtet zusätzlich von positiven Effekten, die über ihn und das Team hinausgehen: »Die Kunden sind zufriedener, ich fühle mich sicherer in meinen Gesprächen und ich fühle mich auch selbst besser«, so Wirlander Beydoun.

Die Kundschaft habe ihm häufig gespiegelt, dass sie lieber in seine Apotheke gehen, da dort die Kommunikation empathischer gestaltet sei: »Ich nehme mir Zeit, Fragen zu stellen, die die Qualität des Dialogs verbessern und auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen, um Einsamkeit vorzubeugen«, so Wirlander Beydoun.

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