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Hannover
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»Für Beratung anstelle von Versandklicks«

5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Norddeutschen Apotheken machten heute den Opernplatz in Hannover zu einem Schauplatz des Protests gegen die prekären Bedingungen der Vor-Ort-Apotheken. 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 23.03.2026  15:36 Uhr
Datum Aktualisiert am 23.03.2026  15:30 Uhr
»Apothekenteams leisten jeden Tag das Enorme«

»Apothekenteams leisten jeden Tag das Enorme«

Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK), verdeutlichte in seiner Rede, dass die Politik endlich handeln müsse. »Nicht morgen, nicht irgendwann, sondern jetzt«, so Hoffmann. »Wir wollen ein Zeichen setzen, dass es so wie es jetzt ist, nicht weitergehen kann.« Dies sei eine nationale Herausforderung, die nur gemeinsam gelöst werden könne. »Für Beratung anstelle von Versandklicks«, betonte er. 

Hoffmann dankte auch den Apothekenteams: »Sie leisten jeden Tag das Enorme: Sie gleichen Lieferengpässe aus oder beraten unter Zeitdruck. Dieser Protest ist auch ihre Stimme: Die Stimme der Apothekenteams«.

Zudem muss laut BAK-Präsident an der Weiterqualifizierung der Teams inklusive PTA und PKA gearbeitet werden: »Das geht nur, wenn die Honorierung passt.« Es brauche zudem eine Dynamisierung des Honorars; weniger Bürokratie sowie eine Vertrauens- statt einer Misstrauenskultur. Weiterhin seien gleiche Regeln für alle Marktteilnehmer essenziell. Die Apotheke vor Ort »als Rückgrat der Versorgung« müsse unterstützt werden.

Hoffmann erklärte eindringlich: »Das ist ein Appell an die Politik: Wenn die Apotheken verschwinden, kommen sie nicht mehr zurück. Heute setzen wir ein unüberhörbares Zeichen für die Patienten. Heute, morgen und so lange, bis wir gehört werden.« Berend Groeneveld kommentierte mit voller Zustimmung die Rede des BAK-Präsidenten: »Lieber Armin, du sprichst hier jedem einzelnen aus der Seele, das ist unfassbar.«

»Man muss sich hier kollegial zeigen«

Auch einige Mitarbeiter der Hirsch-Apotheke in Algermissen aus dem Landkreis Hildesheim reisten nach Hannover. »Es ärgert uns, dass so viele Apotheken geschlossen werden, weil viel online bestellt wird. Das Gesamtpaket ist einfach krank«, waren sich die PTA Angelique Dreyer, Julia Bartsch, Ulrike Franzky und Sabrina Heise einig. »Wenn das Honorar nicht erhöht wird, gehen bei uns auch die Lichter aus.«

Vor allem die Krankenkassen müssten ihren Verwaltungsaufwand reduzieren, dann sei auch mehr Geld für Arzneimittel da, sagten sie. Und sie fragen sich: »Wie soll das gehen, wenn ältere und nicht mobile Leute 30 Kilometer in die nächste Apotheke fahren sollen?« Ihre Dorfapotheke in Algermissen jedenfalls werde sehr gebraucht: »Jeder kennt sich.«

Etwa drei Stunden Anreise hatte die Apothekeninhaberin Sabine Freter, die mit ihrem Mann »Unsere Apotheke« in Stade und Buxtehude betreibt. »Ich finde, man muss sich hier kollegial zeigen. Eine Fixumserhöhung ist essenziell und so eine Demonstration nicht zu unterstützen, kam für uns einfach nicht in Frage«, so Freter, die mit zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort war. Es gehe auch darum, Patientinnen und Patienten aufzuzeigen, wie es sei, wenn Apotheken nicht mehr da wären. »Das Thema Wertschätzung ist ein wichtiger Aspekt, den die Politik auch erkennen sollte«, ergänzte ihre Mitarbeiterin und Apothekerin Bärbel Gollnick.

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