In der Gruppe macht Eisbaden nicht nur oft mehr Spaß – es ist auch sicherer. Daher sollte man mindestens zu dritt sein, zwei Personen im Wasser, mindestens eine am Ufer. »Geht es einer Person im Wasser schlecht, kann die zweite direkt mithelfen – und die dritte kann das Telefon in die Hand nehmen und einen Notruf absetzen.«
Wie vor dem Sport gilt auch vor dem Eisbaden: Aufwärmen bringt den Kreislauf in Schwung und die Muskeln auf Betriebstemperatur. Übertreiben muss man es aber nicht. Was man tun kann, um sich im Wasser möglichst gut warmzuhalten: »mit Mütze oder Neoprenhaube schwimmen«, wie Stoll rät. Ist es besonders kalt, sind auch Neoprenhandschuhe oder -füßlinge sinnvoll.
Noch ein Tipp: Der Kopf bleibt so viel wie möglich über Wasser. Ist er nämlich erst einmal nass, beschleunigt das die Auskühlung, vor allem, wenn ein Luftzug über das Gewässer weht.
Wer neu einsteigt, hält sich am besten zunächst nur kurz im Wasser auf und steigert sich nach und nach. Grobe Orientierung gibt eine Faustregel: »Als Anfänger sollte man maximal so viele Minuten ins Wasser, wie die Wassertemperatur beträgt«, sagt Stoll. Beispiel: Ist das Wasser drei Grad kalt, ist allerspätestens nach drei Minuten Schluss.
Bei bestimmten Signalen des Körpers sollte man unbedingt früher das Gewässer verlassen. Zum Beispiel bei übermäßigem oder unkontrolliertem Zittern oder bei Schmerzen, etwa in Fingern und Füßen. Weitere Warnsignale sind plötzliche Kopfschmerzen, Schwindel und ein Absacken des Kreislaufs.
Mit nassem Körper in der Kälte zu stehen, ist ungemütlich, vor allem, wenn Wind im Spiel ist. Gut, wenn direkt ein großes Handtuch bereitliegt, in das man sich kurz kuscheln kann. Gründliches Abtrocknen ist nämlich Pflicht, ehe man in trockene und wärmende Kleidung schlüpft. Wohltuend ist jetzt auch ein Tee oder ein anderes alkoholfreies Heißgetränk.
Vor einer Sache warnt DLRG-Experte Stoll: den Körper direkt dem anderen Extrem, also der Hitze einer Sauna, auszusetzen. Das kann eine zu starke Belastung für das Herz-Kreislauf-System sein. »Man sollte dem Körper lieber die Möglichkeit geben, sich langsam wieder zu erwärmen.«