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Kinderwunsch
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Frühzeitig an die Folatversorgung denken

Nicht erst mit einem positiven Schwangerschaftstest stellt sich die Frage, ob und wie Mutter und Kind mit allen erforderlichen Mikronährstoffen versorgt sind. Bereits mit dem Kinderwunsch sollte dies gesichert sein. Dies gilt insbesondere für Folat.
AutorKontaktMaria Pues
Datum 11.04.2023  18:00 Uhr
Frühzeitig an die Folatversorgung denken

Nur rund 10 Prozent bis ein Drittel der Frauen mit Kinderwunsch beginnen rechtzeitig mit der Supplementierung von Folsäure und verwenden die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Dosis von 400 µg, zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung. 

Reich an natürlichen Folaten sind etwa grünes Gemüse, vor allem Blattgemüse wie Spinat oder Salate, sowie Tomaten und Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Vollkornprodukte oder Leber und Eier. Um sich folatreich zu ernähren, rät die DGE zu mindestens drei Portionen Gemüse pro Tag. 

Folsäure-Supplementation: Auf den Zeitpunkt und die Dosis kommt es an

Eine Folsäure-Supplementation sollte mindestens vier Wochen vor Eintritt der Schwangerschaft begonnen und während des ersten Schwangerschaftsdrittels beibehalten werden. Schwangere Frauen, die später mit der Einnahme beginnen, sollten eine Dosis von 800 µg wählen, um die empfohlene Folatkonzentration in den Erythrozyten schneller zu erreichen. Die DGE hat damit ihre Empfehlung 2019 an die des Netzwerks »Gesund ins Leben« angepasst.

Die Gefahr einer Überdosierung besteht mit diesen Zufuhrmengen nicht. Bezogen auf die gesamte Bevölkerung gibt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als tolerierbare Aufnahmemenge 1000 µg Folsäure pro Tag an.

Folsäuremangel kann zu Neuralrohrdefekten führen

Zum Hintergrund: Folate sind wasserlösliche Vitamine; die synthetische Form wird Folsäure genannt. Im Körper sind Folate an verschiedenen Stoffwechselprozessen wie der Zellteilung beteiligt. Eine unzureichende Versorgung während der Schwangerschaft erhöht  das Risiko für angeborene Fehlbildungen wie Neuralrohrdefekte. Die häufigste Form ist der sogenannte offene Rücken, die Spina bifida. Da der Verschluss des Neuralrohrs bereits zwischen dem 22. und 27. Tag nach der Befruchtung erfolgt – also zu einem Zeitpunkt, zu dem viele Frauen noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind – ist eine frühzeitige ausreichende Versorgung besonders wichtig.

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