Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Kleine Verletzungen
-
Feuchte Wundversorgung im Alltag

Kleine Wunden und Verletzungen selbst versorgen – das ist in der Regel kein Problem. Es stehen verschiedene moderne Materialien für die Wundversorgung zur Verfügung. Was es zu beachten gilt.
AutorKontaktMaria Pues
Datum 29.07.2026  07:00 Uhr
Feuchtes Milieu unterstützt Heilung

Feuchtes Milieu unterstützt Heilung

Das Abheilen insbesondere nässender Schürfwunden kann durch eine feuchte Wundversorgung unterstützt werden. Für sie stehen heute entsprechende Materialien zur Verfügung, zum Beispiel Hansaplast Zweite Haut Schutz, Cosmos® Schürfwundenpflaster oder Gotac®. Sie enthalten eine Hydrogel-Wundauflage, die überschüssiges Wundsekret aufnimmt und von der Wundoberfläche fernhält, ohne mit ihr zu verkleben oder sie austrocknen zu lassen. Dieses Gleichgewicht spielt im Heilungsprozess eine wichtige Rolle, denn Wundsekret enthält wichtige Nährstoffe und Leukozyten. Zudem unterstützt es die Reepithelisierung der Wundfläche. Hierbei wandern neue Epithelzellen von den Wundrändern nach und nach Richtung Wundmitte und sorgen so für einen Wundverschluss. Eine herkömmliche Wundversorgung mit den erforderlichen Verbandwechseln kann diesen Prozess immer wieder unterbrechen und zu einem Aufreißen der gerade gebildeten, noch dünnen Hautoberfläche führen. Auch bei einer feuchten Wundversorgung können Verbandwechsel erforderlich sein. Da das Material nicht mit der Wunde verklebt, stört dies den Heilungsprozess jedoch praktisch nicht.

Zelltrümmer und Flüssigkeitsansammlungen spielen oft auch bei Verbrennungen und Verbrühungen eine Rolle, sodass sich auch hier bei Bedarf eine feuchte Wundversorgung mit einem Verband oder Gel (etwa Cosmos® Brandwundenpflaster oder Bepangel®) empfiehlt. Zuvor gilt: Betroffene Hautstelle zunächst unter fließendem, handwarmem Wasser mehrere Minuten (maximal 20 Minuten) kühlen, um den Hitzeprozess zu stoppen und den Schmerz zu lindern.

Grenzen der Selbstmedikation

Wunden, die eine starke Rötung aufweisen, pochen, sich warm anfühlen oder eitern, sollten nicht im Rahmen einer Selbstmedikation behandelt werden. Hier besteht der Verdacht auf eine Entzündung beziehungsweise Infektion, sodass ärztlicher Rat empfehlenswert ist. Bisswunden sind mit einer hohen Infektionsgefahr verbunden, und auch bei Wunden mit Verschmutzungen und Partikeln, die sich nicht einfach entfernen lassen, ist eine ärztliche Kontrolle beziehungsweise Behandlung erforderlich. Zudem sollte auf einen aktuellen Tetanus-Impfschutz geachtet werden. 

Mehr von Avoxa