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Impfnachweis-Vergütung
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FDP: Apotheken arbeiten professionell, Spahn nicht

Nur wenige Tage nach dem Start der digitalen Covid-19-Impfnachweise hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Ärger im Apothekenlager gesorgt. Denn der Minister will die Vergütung der Apotheken stark reduzieren. Nun melden sich Gesundheitsexperten aus den beiden Oppositionsfraktionen Grüne und FDP zu Wort und kritisieren Spahns Vorgehen. Insbesondere die FDP befürchtet, dass die Apotheker erneut zum Bauernopfer werden könnten.
AutorKontaktBenjamin Rohrer
Datum 17.06.2021  12:30 Uhr
Ullmann: Spahns Verhalten könnte medial auf die Apotheker zurückfallen

Ullmann: Spahns Verhalten könnte medial auf die Apotheker zurückfallen

Nicht nur bei den Apothekern, sondern auch in der Bundestagsopposition kommt das Verhalten des Ministers gar nicht gut an. Schon vor Bekanntwerden der Spahn’schen Honorar-Absenkung hatte der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann eine offizielle Frage an das BMG gerichtet, in der er sich danach erkundigte, wie denn der Betrag von 18 Euro zustande kam. Gegenüber der PZ kommentierte Ullmann: »Allein die Frage scheint bereits ihre Wirkung erzielt zu haben.«

Er sei nun aber trotzdem gespannt auf die ursprüngliche Berechnungsgrundlage der 18 Euro. »Denn ich konnte die Vergütung in ihrer Höhe nicht nachvollziehen. Ich hoffe inständig, dass zur Berechnung nicht erneut Preisvergleich-Webseiten herangezogen wurden, wie damals bei den FFP2-Masken.« Ullmann merkte auch an, dass die Apotheker – wie schon bei der Kritik an der Masken-Vergütung – zum Bauernopfer werden könnten. »Das würde medial leider auch auf die Apotheken zurückfallen. Das haben sie nicht verdient. Die Vor-Ort-Apotheken arbeiten professionell, der Gesundheitsminister tut dies schon lange nicht mehr«, so der FDP-Politiker.

Dahmen (Grüne): Zu spät, zu zögerlich und schlecht gemacht

Auch die Grünen haben kein Verständnis für Spahns Vorgehen. Janosch Dahmen, seit einigen Monaten in der Grünen-Fraktion zuständig für alle Apothekenthemen, erklärte gegenüber der PZ: »Auch die Einführung des Digitalen Impfnachweises folgt leider dem Muster, das schon zu Recht bei überteuerten Gutschein-Masken und unkontrollierter Testabrechnung kritisiert wurde: zu spät, zu zögerlich und schlecht gemacht.« Grundsätzlich sei der Impfnachweis zu begrüßen, komme aber zu spät, so Dahmen weiter.

Zur Vergütung erklärte der Grünen-Politiker: »Auch die Festlegung der Vergütung für das Ausstellen digitaler Impfnachweise folgt dem Spahn‘schen Muster der vergangenen Monate: Zunächst legt das BMG einseitig und intransparent eine deutlich höhere Vergütung für die nachträgliche Ausstellung des digitalen Impfzertifikats etwa in Apotheken fest, dann mehrt sich die berechtigte Kritik und der Gesundheitsminister rudert offenbar zurück. Warum für die zwei ersten Wochen des digitalen Impfzertifikats nun 18 Euro pro nachträglicher Ausstellung gezahlt werden und ab Juli offenbar dann 6 Euro, bleibt ein weiteres Geheimnis des BMG. Die Begründung mit der anfangs zu hohen Vergütung Schulungen und ähnliche Anlaufkosten nicht pauschal, sondern pro Zertifikatserstellung mitzufinanzieren, ist schwer nachvollziehbar.«

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