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EU-Arzneimittelversand
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»Es gibt keine Kontrolle«

Die zurückliegende Hitzewelle hat das Thema wieder auf das Tapet gebracht: Wie sieht es aus mit der Temperaturkontrolle bei Medikamenten, die Doc Morris und Co. verschicken? Überwachung gibt es praktisch keine.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 03.09.2020  09:00 Uhr
Logistikunternehmen müssen ihre Autos nicht kühlen

Logistikunternehmen müssen ihre Autos nicht kühlen

»Die niederländischen Überwachungsbehörden interessieren sich nicht für die sogenannten Grenzapotheken«, unterstreicht Benkert, der auch Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer (BLAK) ist. Beim grenzüberschreitenden Versand von Doc Morris und Co. werden die Medikamente per Päckchen verschickt. Logistiker sind im Rahmen des normalen Paketdienstes nicht angehalten, ihre Autos zu kühlen. Sie tun dies laut Benkert nur, wenn der Auftraggeber die entsprechenden Mehrkosten trägt.

»In meiner Apotheke bekommen wir oft von Patienten berichtet, dass das Päckchen mit den bestellten Arzneimitteln beim Nachbarn abgegeben wurde, wo es erst nach ein paar Tagen abgeholt werden konnte. Oder es lag draußen vor der Haustür.« Das Arzneimittel sei Wind, Wetter, Hitze oder im Winter der Kälte ausgesetzt«, kritisiert Benkert. »Das kann die Qualität der Medikamente erheblich beeinträchtigen.« Die Patienten wüssten das aber oft nicht. Benkert nennt das Beispiel Insuline: »Wenn Insulin einfriert, verliert es an Wirkung. Dann können Sie das Insulin nicht mehr verwenden sondern nur noch entsorgen.«

Seitens der Politik scheint es laut Benkert bislang nicht geplant, diesen Missstand zu beheben. Minister Spahn habe zwar einmal angekündigt, die Sache anzusprechen. Aber bislang sei nichts passiert. Auf politischer Ebene wollen die Apotheker Benkert zufolge das Thema weiterhin hochhalten. Es brauche dringend eine Regelung für diese Grenzapotheken. 

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