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Offener Brief an die EU
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Energiepreise bereiten Generika-Herstellern Probleme

Die Lobbygruppe »Medicines for Europe« warnt davor, dass Generika-Produzenten wegen steigender Energiepreise die Herstellung einiger Präparate einstellen könnten.  Deshalb hat die Gruppe den Energie- und Gesundheitsministern der EU-Mitgliedstaaten einen offenen Brief geschrieben und fordert dringende Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten. Aber auch andere Probleme belasten die Generikabranche. 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 18.10.2022  13:30 Uhr

BAH fordert regulatorische Anpassungen

Im Hinblick auf mögliche Energieengpässe sei es laut BAH-Sprecher unerlässlich, dass die Hersteller weiterhin und zuverlässig mit Energie, insbesondere Gas und Strom, versorgt werden. »Selbstverständlich wollen die Hersteller auch Energie einsparen und tun dies auch schon. Wichtig wären darüber hinaus auch regulatorische Anpassungen«, erklärte er weiter.

Gemeinsam mit dem pharmazeutischen Großhandel habe der BAH daher dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) konkrete Vorschläge unterbreitet, wie durch eine Anpassung der Lagerbedingungen Energie eingespart werden könne. »Dazu gehören die Absenkung der Lagertemperaturen in Form von konkret ausformulierten Passagen für die Arzneimittel- und Wirkstoff-Herstellungsverordnung und die Arzneimittel-Handelsverordnung. Die eingereichten Vorschläge werden nun weiter ausgearbeitet und dann an die für die Überwachung des Arzneimittelverkehrs zuständigen Gremien auf Ebene der Bundesländer vorgelegt«, so der Sprecher weiter. 

Die forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) sind nach eigenen Angaben nur in geringem Maße von der Gasversorgung abhängig und konnten diese Abhängigkeit zum Teil schon durch Umrüstungen kompensieren,  erklärte ein Sprecher. »Es verbleibt ein kritischer Rest, etwa bei der Klimatisierung von Lagern oder bei der Reinraumerstellung in Laboren, wo eine Versorgung mit Gas weiter notwendig bleibt. Der Bundesnetzagentur ist bei der Priorisierung innerhalb der Industrie die besondere Bedeutung der Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln bewusst. Produktionseinschränkungen erwarten wir im Bereich unserer Mitgliedsunternehmen nicht«, so der Sprecher.

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