| Johanna Hauser |
| 03.06.2026 14:00 Uhr |
Im Allgemeinen akzeptieren die Eltern die Vorgaben des Impfkalenders. Sieben von zehn Befragten gaben an, alle dort aufgeführten Impfungen für ihr Kind zu befürworten. Drei von zehn selektierten jedoch und lehnten es ab, dass ihr Kind alle Impfungen erhält. Dabei gab es gegen verschiedene Impfstoffe gleichermaßen Vorbehalte, sodass keine spezielle Impfung als besonders unerwünscht hervorgehoben werden kann.
Am Beispiel der Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Impfung zeigte sich, dass 57,8 Prozent der Kinder unter fünf Jahren altersgerecht geimpft sind, das heißt, die Grundimmunisierung im Säuglingsalter abgeschlossen wurde. 38,8 Prozent war nicht altersgerecht immunisiert, 3,4 Prozent der Kinder waren ungeimpft.
Die meisten Eltern empfinden den Zugang zu Kinderimpfungen als einfach. Ein Teil sieht jedoch organisatorische Hürden wie die schlechte Vereinbarkeit mit der Arbeit, ungünstige Öffnungszeiten der Arztpraxis oder zu lange Wartezeiten.
Die Analyse zeigt ebenfalls, dass Impferinnerungen helfen können, die Impfqute zu steigern. So gaben sechs von zehn Eltern an, schon einmal an eine Impfung erinnert worden zu sein.
Wie bereits in der Auswertung der Impfakzeptanz in der Allgemeinbevölkerung zeigte sich auch für die nun vorliegende Subgruppenanalyse, dass die impfbezogene Gesundheitskompetenz eher niedrig ist. So waren Eltern teilweise sehr unsicher bei der Einordnung von Impfmythen.
Je 50 Prozent der Befragten erkannten die Falschaussage »Impfungen können Autismus auslösen« und die Fehlannahme »zu viele Impfungen zu früh« nicht als falsch oder waren diesbezüglich unsicher. Fehlannahmen zur natürlichen Immunität (»Kinder wären resistenter, würde man sie nicht immer gegen alle Krankheiten impfen«) lagen bei 40 Prozent der Befragten vor.
Laut RKI sollten verbreitete Impfmythen entkräftet und die Gesundheitskompetenz von Eltern durch verständliches und leicht zugängliches Informationsmaterial gestärkt werden. Eine zentrale Aufgabe von Public-Health-Akteuren bestehe darin, Unsicherheiten gegenüber einzelnen Impfungen gezielt zu adressieren.