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Medikationsanalyse

Einfach machen

Pharmazeutische Dienstleistung waren beim diesjährigen Apothekertag ein zentrales Thema. In der Diskussion darüber, welche Aufgaben Apotheker übernehmen können, darf die Medikationsanalyse nicht fehlen. Die Experten von Pharma4u stellten bei einem Workshop im Inspiration-Lab der Expopharm ihr neues Programm MediCheck vor.
Caroline Wendt
28.09.2019
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Eine guter Medikations-Check braucht Zeit – Zeit die im normalen Apothekenalltag häufig fehlt. »Unser Programm ermöglicht es den Apothekern, eine Analyse wieder in den Alltag zu integrieren«, erklärte Dr. Vivian von Burstin von Pharma4u.

Anhand eines Beispiels erklärte die Apothekerin, wie ihre Kollegen künftig vorgehen könnten. »Unsere Patientin wirkt blass und erschöpft, zudem klagt sie über geschwollene Beine«, stellte von Burstin den Fall vor. Dann konnten die Teilnehmer des Workshops sich selbst ein Bild darüber machen, welche Medikamente die Patientin einnimmt und welche Laborparameter sie mitgebracht hat. Erste Ideen, was Probleme verursachen könnte, hatten die Kursteilnehmer sofort. Der Blick in das Programm zur Medikationsanalyse verschaffte Klarheit: Gleich an mehreren Stellen war die Medikation der Patienten verbesserungsfähig.

In wenigen Schritten leitete die Expertin durch das Programm. Nach der Eingabe aller verfügbaren Daten erhält man ein mehrseitiges Dokument. Die möglichen Risiken und Interaktionen sind mit einem Farbcode entsprechend der Dringlichkeit der Überprüfung versehen.

Doch weder Arzt noch Patient möchten mehrere Seiten Medikationsanalyse lesen. Daher kann der Apotheker an dieser Stelle auswählen, welche Information er weiterleiten möchte und kann diese – wenn gewünscht – um eigene Hinweise ergänzen. Auch der Verweis auf eine entsprechende Leitlinie kann auf diese Weise übermittelt werden. »Wichtig ist, dass dem behandelnden Arzt klar ist, dass wir ihm nicht dazwischenfunken wollen. Sprechen Sie am besten schon im Vorfeld mit den Medizinern in Ihrer Umgebung, ob sie mit Medikationsanalysen einverstanden sind«, riet von Burstin.

Neben den Daten aus dem ABDATA-Datenstamm zu Arzneimittel-Interaktionen oder Kontraindikationen verfügt das Programm über eine Reihe weiterer valider Quellen. »Wir haben mehr als 100 Leitlinien durchgearbeitet und in das System integriert«, so von Burstin. Außerdem sind weitere Daten beispielsweise aus Fachinformationen oder der Priscus-Liste enthalten. »Wenn die Einnahme halber Tabletten nötig ist, überprüft das System zudem die Teilbarkeit der angegebenen Präparate und schlägt gegebenenfalls eine Alternative eines anderen Herstellers vor.« So müsse der Apotheker nicht parallel in anderen Programmen oder Datenbanken suchen.

Das fertige Dokument sollte idealerweise nicht mehr als zwei bis drei Seiten umfassen und kann gedruckt oder per E-Mail an Arzt und Patient geschickt werden, der Mailversand erfolgt verschlüsselt. Zudem können Arzt und Patient unterschiedliche Varianten erhalten. Nach einer Testphase von einem Jahr wird die webbasierte Software ab dem 1. Oktober 2019 unter pharma4u erhältlich sein.

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