Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Grippeimpfungen
-
Efluelda-Impfstoff aus Italien

Derzeit sind alle für die laufende Saison vorgesehenen trivalenten Efluelda-Impfstoffe als abverkauft gemeldet. Um der weiteren Nachfrage in der Saison 2025/2026 nachzukommen, wird nun Ware mit italienischer Kennzeichnung importiert. Denn es ist immer noch sinnvoll, sich jetzt impfen zu lassen. 
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 14.01.2026  16:30 Uhr

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat Zulassungsinhaber Sanofi gestattet, den Grippeinpfstoff Efluelda® in italienischer Kennzeichnung in Deutschland in den Verkehr zu bringen. Die Erlaubnis gilt bis zum 30. April. Denn die für den deutschen Markt vorgesehen Efluelda-Dosen sind aufgrund der hohen Nachfrage bereits abverkauft.

Die nun importierfähigen Efluelda-Dosen sind pharmazeutisch identisch mit dem in deutscher Sprache gekennzeichneten Produkt, teilte das PEI mit. Sie unterscheiden sich lediglich in den Packmitteln. Die deutschsprachige Packungsbeilage (Gebrauchsinformation) sowie die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) stellt das PEI auf seiner Website zur Verfügung. Über das Einscannen des QR-Codes auf der Faltschachtel gelangen Anwenderinnen und Anwender zudem auf die Efluelda-Landingpage, über die ebenfalls der Zugriff auf die deutsche Fach- und Gebrauchsinformation möglich ist. Die Einzel- und Zehnerpackungen haben die Pharmazentralnummern 19403485 beziehungsweise 02037622.

Am 21. Dezember 2025 hatte das PEI gemeldet, es gebe Berichte über regionale Engpässe bei den saisonalen Grippeimpfstoffen, sah aber keine flächendeckende Knappheit. Man sei im Austausch mit den Herstellern, um die Situation zu analysieren und mögliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung zu treffen. Dies dürfte nun eine dieser angekündigten Maßnahmen sein.

Weniger Impfdosen als im Vorjahr

Laut PEI wurden für diese Grippesaison etwas weniger Impfdosen vorbestellt als in der Vorsaison. Dementsprechend hatten die Hersteller geringere Produktionsmengen für den deutschen Markt eingeplant. In dieser Saison wurden dann tatsächlich etwas weniger Impfdosen (alle Influenza-Impfstoffe) freigegeben als in der Vorsaison und deutlich weniger als in der Saison 2023/2024 oder gar 2022/2024. Bis zum 4. Januar dieses Jahres waren es rund 19,3 Millionen Dosen. 

Der genaue Verlauf einer Grippesaison ist im Vorhinein nicht abzusehen. Diesen Herbst/Winter fing die Grippewelle mit der Kalenderwoche 48 verhältnismäßig früh an, zudem gibt es eine neue Influenza-H3N2-Subklade, gegen die die aktuellen Impfstoffe aber nach bisheriger Einschätzung ausreichend wirksam sind. In der Vorsaison war die Grippewelle erst im Januar gestartet. Laut GrippeWeb ist die Influenzaviruslast nun im Abwasser in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen. 

Insgesamt hatten in der ersten Januarwoche 5,0 Millionen Personen in Deutschland eine neu aufgetretene akute Atemwegserkrankung (ARE). Damit befinde sich die ARE-Inzidenz aktuell auf einem niedrigen Niveau. Zum Teil meldeten einige Krankenhäuser in Deutschland jedoch eine hohe Belastung aufgrund von Influenzafällen.

Risikogruppen sollten sich noch impfen lassen

Um rechtzeitig geschützt zu sein, sollten sich vor allem Risikogruppen für schwere Influenzaerkrankungen zwischen Oktober und Mitte Dezember impfen lassen. Wer das noch nicht getan hat und zu einer Risikogruppe gehört, kann sich durchaus noch impfen lassen, da die Grippeaktivität bis in den Mai gehen kann. Es geht vor allem darum, sich vor schweren Verläufen zu schützen. 

Bis die Impfung ihre volle Schutzwirkung entfaltet, dauert es etwa 10 bis 14 Tage. Der Schutz hält die gesamte Saison, auch wenn schon im Oktober geimpft wurde.

Impfstoffe bis zum 15. Januar bestellen

Mitten in der Grippesaison ist vor der nächsten Saison: Im SGB V heißt es: »Die Kassenärztliche Bundesvereinigung meldet bis zum 15. Januar eines Kalenderjahres den Bedarf an saisonalen Grippeimpfstoffen auf Grundlage der durch die Vertragsärztinnen und Vertragsärzte geplanten Bestellungen an das Paul-Ehrlich-Institut; die für die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen gebildete maßgebliche Spitzenorganisation der Apotheker meldet bis zum 15. Januar eines Kalenderjahres den Bedarf an saisonalen Grippeimpfstoffen, die zur Anwendung durch die Apotheken vorgesehen sind, auf Grundlage der durch die Apotheken geplanten Bestellungen an das Paul-Ehrlich-Institut

Der Stichtag ist also am morgigen Donnerstag. Apotheken müssen die Mengen, die sie selbst verimpfen wollen, über eine Abfrage des Deutschen Apothekerverbands melden. Daraufhin prüft das PEI den übermittelten Bedarf unter Berücksichtigung einer zusätzlichen Reserve von 10 Prozent. Aufgrund dieser Daten kalkulieren die Impfstoffhersteller dann ihre Produktion. Sie dauert mindestens vier bis sechs Monate und beginnt noch, bevor die WHO und europäische Behörde ECDC die genaue Zusammensetzung der Antigene spezifizieren. Eine Nachproduktion ist nicht möglich.

Mehr von Avoxa