| Theo Dingermann |
| 15.10.2026 07:00 Uhr |
Die entscheidende Frage bleibt, ob diese immunologische Kreuzreaktivität tatsächlich einen klinisch relevanten Schutz gegen Bundibugyo-Infektionen vermittelt. Die Forschenden betonen ausdrücklich, dass ihre Ergebnisse diese Frage nicht beantworten, sondern zunächst nur eine zelluläre Immunantwort belegen. Ein validiertes immunologisches Schutzkorrelat für BDBV existiert bislang daher nicht.
Auch die Dauerhaftigkeit der Kreuzreaktivität ist unbekannt, da die Immunantwort lediglich zu einem Zeitpunkt, 28 Tage nach der Impfung, untersucht wurde. Hinzu kommen die geringe Teilnehmerzahl und die Tatsache, dass die Untersuchungen an gesunden Erwachsenen in Deutschland durchgeführt wurden. Inwieweit die Ergebnisse auf die Bevölkerung der betroffenen afrikanischen Regionen übertragbar sind, bleibt daher offen.
Die Arbeit unterstreicht aber auch, dass die Bewertung von Impfstoffen nicht allein auf neutralisierenden Antikörpern beruhen sollte. Gerade bei genetisch variablen oder miteinander verwandten Krankheitserregern könnte die gegen konservierte virale Strukturen gerichtete T-Zell-Immunität einen wichtigen zusätzlichen Beitrag zu einem breiteren Impfschutz leisten.