Es sei wichtig, dass verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung stünden, um Rauchern beim Aufhören zu helfen, sagte Erstautorin Nicola Lindson von der Universität Oxford. »Nikotin-Vapes sind zwar wahrscheinlich nicht völlig risikofrei, aber weniger schädlich als Tabakzigaretten.«
Professor Dr. Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg gibt ebenfalls zu bedenken, dass die Studie keine langfristigen Aussagen zur relativen Sicherheit von E-Zigaretten bei der Tabakentwöhnung gebe. »Beim Umstieg von Tabakzigaretten auf E-Zigaretten handelt es sich zwar um einen Rauchstopp, aber die Abhängigkeit und langfristige Gesundheitsrisiken durch den E-Zigaretten-Gebrauch bleiben bestehen«, betont Mons.
Die medizinischen Leitlinien zur Tabakentwöhnung in Deutschland sehen eine Verhaltenstherapie vor, meist als Gruppentherapie und oft kombiniert mit Nikotinersatzprodukten. »Diese Methode gilt weiterhin als der Goldstandard der Tabakentwöhnung«, sagt Mons.
Apotheken sollen demnächst als neue pharmazeutische Dienstleistung (pDL) eine »Beratung in Form einer Kurzintervention zur Prävention tabakassoziierter Erkrankungen« anbieten, für die die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Die Bundesapothekerkammer arbeitet bereits an entsprechenden Leitlinien und SOP. Der Deutsche Apothekerverband und der GKV-Spitzenverband müssen noch über den genauen Umfang der neuen pDL, Einschlusskriterien sowie deren Vergütung verhandeln.
Eine mögliche Blaupause für solche verhaltenstherapiebasierten Interventionen bietet der Weltapothekerverband FIP. In Spanien konnte beispielsweise kürzlich gezeigt werden, dass die Beratung und Begleitung durch Apotheken die Wahrscheinlichkeit, mit dem Rauchen aufzuhören, verdoppelt bis verdreifacht – auch ohne E-Zigaretten.