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Hessen
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E-Rezept – Apotheker sehen weniger Probleme als Ärzte

Abschied vom rosa Zettel: Etwa die Hälfte aller Rezepte werden nur noch elektronisch ausgestellt. Apotheker und Ärzte  in Hessen bewerten die Anlaufphase des E-Rezepts unterschiedlich.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 16.02.2024  09:34 Uhr

Unausgereiftes Produkt

Für die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen ist es »sicher noch zu früh, ein umfassendes Fazit zu ziehen«, wie KV-Sprecher Alexander Kowalski sagte. Erste Rückmeldungen aus den Praxen zeigen aber, dass »in Sachen E-Rezept längst nicht alles rund läuft.« Das komme nicht überraschend, so der KV-Sprecher: »Denn wie so oft bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen gilt auch beim E-Rezept, dass unausgereifte Produkte und Anwendungen durch Gesetze zwangseingeführt werden – und diese in der Regel nicht nur keine Verbesserungen bringen, sondern die Praxen noch mehr ihrer ohnehin knappen Zeit kosten als die etablierten Prozesse.«

Apotheker sehen Vorteile

Der hessische Apothekerverband sieht das ganz anders: »Aus unserer Sicht ist die Rezepteinlösung per elektronischer Gesundheitskarte in der Apotheke um die Ecke der optimale Weg«, sagte Sprecher Alexander Schopbach. Dass es in den ersten Wochen »Reibungsverluste« gebe, gehöre leider dazu, sie würden aber hoffentlich schnell behoben.

Danach bringe das E-Rezept »ausschließlich Vorteile mit sich«, so Schopbach. »Bei Rückfragen zum Rezept zwischen Apotheker und Arzt mussten Patienten in der Papierrezept-Ära den Weg zurück in die Arztpraxis antreten, da dort das Rezept neu ausgestellt werden musste. Dank der digitalen Möglichkeiten des E-Rezepts ist dieser häufig beschwerliche Weg für Patienten Geschichte.«

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