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Studium reloaded
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Digital lernen im Pharmaziestudium

Mini-Podcasts statt Protokolle oder virtuelle Szenarien in Apotheken und Krankenhäusern: Verschiedene Universitäten zeigen, wie vielfältig digitale Lernangebote im Pharmaziestudium sein können. Diese digitalen Angebote werden im vierten Teil der PZ-Serie »Studium reloaded« beleuchtet.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 10.10.2025  09:00 Uhr

Kritischer Blick auf KI in der Lehre

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Lehre wird derzeit kontrovers diskutiert. Angesichts der zunehmenden Komplexität des Apothekerberufs könne KI potenziell – unter bestimmten Voraussetzungen – bei Medikationsanalysen, der Auswahl und Abgabe von Arzneimitteln, der Überwachung von Nebenwirkungen und der Identifikation von Interaktionen unterstützen.

Für eine »sinnvolle und zuverlässige Anwendung« sei es jedoch notwendig, Fragestellungen korrekt zu formulieren und alle relevanten Parameter zu berücksichtigen. Die zugrunde liegenden Daten des Modells müssten zudem stets transparent, hochwertig und aktuell sein.

Ritter warnte: Der Einsatz von KI in der Lehre könne die Entwicklung von kritischem Denken und eigenständiger Entscheidungsfähigkeit behindern. Künstliche Intelligenz könne jedoch beispielsweise dabei helfen, Lehrveranstaltungen sinnvoll zu strukturieren, Patientenfälle zu erstellen sowie Arbeitsaufträge oder Prüfungsfragen zu formulieren.

»Darüber hinaus sollte der kritische Umgang mit künstlicher Intelligenz vermittelt werden, indem zum Beispiel klinische Fragestellungen durch künstliche Intelligenz beantwortet werden und diese Antworten kritisch hinterfragt und interpretiert werden«, schrieb Ritter.

Fazit

Digitale Elemente im Pharmaziestudium können vielfältig und unterschiedlich komplex sein. Die überwiegende Mehrheit der Studierenden stehe ihnen positiv gegenüber. Jedoch könne der Zeit- und/oder Kostenaufwand die Einführung solcher Angebote an den Universitäten erschweren. Ein verstärkter Austausch zwischen den Standorten könne jedoch helfen, den Aufwand zu reduzieren.

Auch Vorlesungen ließen sich digital umsetzen. »Um digitale Lernangebote für die Nutzung im Rahmen von Lehrveranstaltungen der Pharmazie aber weiter zu entwickeln, bedarf es tiefergehender Veränderungen im Umfang der Lehrinhalte sowie der Struktur des Pharmaziestudiums. Eine kluge Novellierung der Approbationsordnung könnte hierfür geeignete Rahmenbedingungen schaffen«, schloss der Autor.

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