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Globale Studie
Diese Corona-Risikofaktoren ließen sich vermeiden

Deutschland steht gesundheitlich gut da – mit Luft nach oben

Für Deutschland stellt die Studie folgende zentrale Ergebnisse fest: Insgesamt gehörte die Bundesrepublik 2019 weltweit immer noch zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung (Frauen 83,5 Jahre, Männer 78,9 Jahre). Allerdings liegt diese für Männer, die 2019 hierzulande geboren wurden, um 0,3 Jahre niedriger, als es der soziodemografische Index, der sich etwa aus Einkommen und Schuljahren ergibt, erwarten ließe.

Wie in anderen Ländern Europas hat die Zahl der Jahre gesunder Lebenserwartung ,also der Jahre, die jemand erwarten kann, in Gesundheit zu leben, in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren zwar kontinuierlich zugenommen, aber nicht im gleichen Maße wie die Lebenserwartung insgesamt. Das legt nahe, dass die Menschen mehr Jahre bei schlechter Gesundheit leben. In Deutschland liegt die gesunde Lebenserwartung laut Studie bei 69,5 Jahren.

Die nicht übertragbaren Krankheiten sind heute für mehr als 80 Prozent aller vorzeitigen Todesfälle und schlechten Gesundheitszustände in Europa verantwortlich. Für Deutschland beschreiben die Autoren der Studie als fünf Haupttodesursachen durch nicht übertragbare Krankheiten koronare Herzkrankheiten (184.000 Todesfälle), Schlaganfälle (71.700 Todesfälle), Lungenkrebs (54.000 Todesfälle), Alzheimer und andere Demenzerkrankungen (49.600 Todesfälle) sowie chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD, 39.000 Todesfälle).

Die zentralen Risikofaktoren für vorzeitige Todesfälle und schlechte Gesundheitszustände waren in Deutschland 2019 Tabakkonsum, Bluthochdruck, hoher Blutzucker, ein hoher Body-Mass-Index (BMI) und eine ungünstige Ernährung.

Steigende Lebenserwartung am Wendepunkt

Zusammengefasst zeige die Studie, so die Autoren, dass sich die Welt mit Blick auf die bis dahin stetig steigende Lebenserwartung an einem Wendepunkt befinden könnte. Gerade mit Blick auf die Corona-Pandemie empfiehlt der Bericht daher dringend Maßnahmen zur Bekämpfung des globalen Zusammenspiels aus chronischen Krankheiten, sozialen Ungleichheiten und Covid-19 zu ergreifen. Das könne robustere Gesundheitssysteme und gesündere Menschen gewährleisten und die Länder widerstandsfähiger gegen künftige Pandemiegefahren zu machen.

Nicht übertragbare Krankheiten hätten eine entscheidende Rolle dabei gespielt, dass es bisher mehr als eine Million durch Covid-19 ausgelöste Todesfälle gebe, sagte Richard Horton, Chefredakteur von «The Lancet». Sie prägten auch nach Abklingen der Pandemie die Gesundheit in jedem Land weiterhin. «Da wir uns mit der Frage befassen, wie wir unsere Gesundheitssysteme nach Covid-19 regenerieren können, bietet diese Studie zur globalen Krankheitslast ein Mittel, um gezielt dort anzusetzen, wo der Bedarf am größten ist, und zeigt, wie dieser sich von Land zu Land unterscheidet.»

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