| Johanna Hauser |
| 16.01.2026 18:00 Uhr |
Das Hauptsymptom des Morbus Paget sind Schmerzen, die durch die veränderte Knochenarchitektur, aber auch Fehlhaltungen verursacht werden. Letztere können schmerzhafte Muskelverspannungen nach sich ziehen.
Nach Angaben der Deutschen Rheuma-Liga treten Schmerzen jedoch nur bei etwa der Hälfte der Patienten auf, weshalb die Erkrankung oft (lange) symptomlos und damit unbemerkt bleibt. Die Dunkelziffer ist hoch.
Bei manchen Patienten kann sich das Schienbein übermäßig warm anfühlen. Ursache ist eine ausgeprägte Gefäßneubildung und eine daraus resultierende höhere Dichte an Blutgefäßen in den umgebauten Knochen. Daraus resultiert eine Übererwärmung des Knochens, die von außen spürbar ist.
Durch den Knochenumbau können verschiedene Beschwerden auftreten. Als häufigste Komplikation tritt bei bis zu 50 Prozent der Patienten eine Arthrose in den Gelenken neben den betroffenen Knochen auf. Dadurch kann es zu Verwechslungen mit Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises kommen.
Durch die gestörte Architektur ist die Belastbarkeit der betroffenen Knochen eingeschränkt. Dies kann zu spontanen Knochenbrüchen, sogenannten pathologischen Frakturen, führen. Diese sind ein Warnsignal für Morbus Paget. Infolge der Knochenbrüche können sich Fehlstellungen und Deformationen entwickeln. Typisch sind eine Verkrümmung des Schienbeins (sogenanntes Säbelscheiden-Schienbein) oder eine Verkrümmung der Wirbelsäule.
Kennzeichnend für die Erkrankung ist auch eine Vergrößerung des Kopfumfangs, weshalb man hellhörig werden sollte, wenn Patienten berichten, dass ihnen Hüte oder Mützen nicht mehr passen.
In seltenen Fällen können durch den Knochenumbau auch Nerven beeinträchtigt werden, was Taubheitsgefühle oder Lähmungen (zum Beispiel durch Verengung der Wirbelsäulenkanäle) nach sich ziehen oder durch Druck auf den Hörnerv bis zum vollständigen Hörverlust führen kann. In Extremfällen sind durch den erhöhten Blutfluss Herzüberlastungen beschrieben. Bösartige Entartung ist hingegen extrem selten.