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Ursache einer Lungenfibrose

Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit ist an einer Lungenfibrose erkrankt. Die genaue Ursache ist noch nicht bekannt, heißt es in einer Pressemeldung des norwegischen Königshauses. Das ist nichts Ungewöhnliches, denn bei vielen Betroffenen kann man keine Ursache ausmachen.
Sven Siebenand
25.10.2018
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Die idiopathische Lungenfibrose (idiopathic pulmonary fibrosis, IPF) ist die häufigste Form der Erkrankung, bei der sich vermehrt Bindegewebe zwischen den Lungenbläschen bildet und vernarbt. In manchen Fällen sind Ursachen aber auch zu finden. Zum Beispiel Schadstoffe in der Atemluft wie Zigarettenrauch, Asbest oder Steinstaub können zu einer Lungenfibrose führen. Auch eine Bestrahlung des Brustkorbs kann die Vernarbung der Lunge auslösen.

Weniger bekannt sind andere potenzielle Auslöser. Beispielsweise eine Allergie auf Eiweiße im Kot oder in Federn von Vögeln, wie Tauben und Wellensittichen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Vogelzüchterlunge. Käseschimmel kann die sogenannte Käsewäscherlunge bedingen, Schimmelpilzsporen in Heu oder Getreide eine Farmerlunge.

Nicht zu vergessen ist, dass auch einige Arzneistoffe der Grund für die Entstehung einer Lungenfibrose sein können. In der Onkologie eingesetzte Substanzen wie Bleomycin oder Busulfan sind zum Beispiel zu nennen. Aber auch Wirkstoffe aus anderen Indikationsbereichen, etwa Carbamazepin, Nitrofurantoin, Methotrexat oder Amiodaron, kommen als Auslöser infrage.

Foto: Jørgen Gomnæs / Det kongelige hoff

 

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