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Digitale Trends

Die Pharmabranche muss agiler agieren

Wie sollten Pharmaunternehmen vorgehen, um den Anschluss bei der digitalen Transformation nicht zu verpassen? Datentechnologie-Experten zufolge stehen im Moment alle Zeichen auf Personalisierung.
Jennifer Evans
03.04.2021  12:00 Uhr

Derzeit befindet sich jeder Bereich der Wertschöpfungskette im Wandel – vom Aufbau neuer Partnerschaften bis hin zur Umstellung auf Gesundheitsdienstleistungsangebote, so die Experten der Datentechnologie und -analyse-Agentur Merkle. Daher sollte die Pharmabranche in diesem Jahr insbesondere drei Bereiche im Blick behalten, um nicht gegenüber Global Playern oder der Konkurrenz ins Hintertreffen zu geraten.

Zunächst sollten die Unternehmen ihre sogenannte CXM (Customer Experience Management)-Strategie überarbeiten, raten die Experten. Denn massgeschneiderte, digitale Produkte und Angebote ließen sich nur erfolgreich gestalten, wenn vorher ein Perspektivwechsel stattgefunden habe. Dieser sollte für sämtliche digitalen Aktivitäten Patienten, Ärzte oder Apotheker in den Fokus rücken. Dafür gelte es, die Daten der Zielgruppe datenschutzkonform zu erfassen und sie anschließend automatisiert mit KI-basierten Tools zu analysieren. Auf Basis dieser Daten ließen sich dann die Wünsche und die Bedürfnisse konkret ablesen, heißt es. Den Daten-Experten zufolge erwarten Kunden außerdem, sich über digitale Angebote in Echtzeit informieren zu können und außerdem hohe Transparenz beim Datenschutz.

Weniger Fehlinvestitionen

Zweitens sollten die Arzneimittelhersteller beim Projektmanagement Gas geben, um mit immer kürzeren Entwicklungszyklen für Medikamente und Produkte mithalten zu können, so die Empfehlung. »Mit agiler Produktentwicklung entstehen hier schnell prüfbare Ergebnisse, während das Risiko teurer Fehlinvestitionen sinkt«, heißt es. Je anpassungsfähiger das Unternehmen sei, desto schneller könne es neue Technologien für seine Kunden nutzen und mit der Konkurrenz mitziehen.

Der dritte Bereich betrifft die Optimierung des Content- und Asset-Management-Systems, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und gegebenenfalls Daten aus dem System weiter nutzen zu können. Gemeint ist ein System das beispielsweise die gesamte sogenannte Customer Journey abdeckt – von der Planung über die Entwicklung, Genehmigung und Validierung bis hin zur rechtlichen Prüfung, Speicherung, Veröffentlichung, Verwaltung, Kundenansprache, Nachverfolgung sowie Analyse.

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