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Globale Unsicherheiten
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»Die neue Lage erfordert neue Antworten«

Beim Kongress für Gesundheitsnetzwerker in Berlin ging es unter anderem um Arzneimittelversorgung in Zeiten multipler globaler Krisen. Angedeutet wurde, dass die Bundeswehr im Kriegsfall auf zivile Strukturen, unter anderem auch Apotheken, angewiesen ist. 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 18.03.2026  15:45 Uhr

Europa: Pharmazeutische Souveränität strategisch neu denken

Die USA verfolgt laut Michelsen eine aggressive Industriepolitik unter der Überschrift des »Neomerkantilismus«: Für die Trump-Administration sei es wichtig, nicht mehr »ungerecht vom Rest der Welt behandelt zu werden«. Erklärtes Ziel sei, dass das, was im Land selbst verbraucht wird, mindestens in dem Umfang auch selbst produziert werde. Gleichzeitig sollen die Preise in den USA sinken, explizit auch auf die Gesundheitsversorgung bezogen, so der Experte. »Und gleichzeitig möchte man die Exportmärkte vergrößern. Man möchte sozusagen auch viel mehr in die Welt heraustransportieren.« 

Die Entwicklung in den Vereinigten Staaten umfasse drei Elemente: »Erstens die Externalisierung von Preisdruck vor allen Dingen nach Europa. Zweitens eine relativ aggressive Industrie- und Zollpolitik zu Lasten offener Märkte. Drittens eine sicherheitspolitische Neudefinition von Gesundheit und Arzneimitteln.«

Die gemeinsame Konsequenz dieser drei Elemente sei, dass Europa seine pharmazeutische Souveränität strategisch neu denken müsse. »Es betrifft eben sehr viele Dimensionen unseres Lebens: die Versorgung, die Wertschöpfung, die technologische Souveränität und im Ergebnis auch die Innovationskraft hier am Standort.« Zudem gebe es eine »neue Sicherheitslogik«, die in den USA verfolgt werde: »Es geht nicht mehr darum, mit Partnern zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu versichern, sondern man hat eine sehr starke US-fokussierte Sicherheitsstrategie. Das ist etwas, womit wir auch umgehen müssen.«

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