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Leber-Check-up gefordert
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Die Leber mit einfachen Maßnahmen im Blick behalten

Die Leber leidet in der Regel lautlos. Schäden lassen sich theoretisch frühzeitig erkennen und häufig sogar rückgängig machen. Daher fordern Gastroenterologen einen Leber-Check-up.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 02.06.2026  18:00 Uhr

FIB-4-Score braucht nicht viel

Konkret ist das der sogenannte FIB-4-Score. Er lässt sich einfach aus Routinedaten berechnen, die in vielen Hausarztpraxen bereits erhoben werden, informierte Wedemeyer. Dafür sind lediglich das Alter des Patienten, die beiden Leberwerte AST und ALT (Aspartat- und Alanin-Aminotransferase) sowie die Thrombozytenzahl nötig, die in eine mathematische Formel eingesetzt werden. Liegt der Score unter 1,3, liegt ein geringes Risiko für eine fortgeschrittene Fibrose vor. Zwischen 1,3 und 2,67 liegt ein Graubereich, bei dem gegebenenfalls eine weiterführende Diagnostik erfolgen sollte. Ein Score über 2,67 deutet auf ein hohes Risiko für fortgeschrittene Fibrose vor.

Das Verfahren sei einfach, kostengünstig und ließe sich in jeder Hausarztpraxis durchführen. »Das hätte einen enormen Nutzen«, ist Wedemeyer überzeugt. Es wäre kein zusätzlicher Aufwand, da diese ohnehin Blut abnimmt und die Meldung über das Labor erfolgen würde. »Internationale Studien und Leitlinien zeigen, dass der FIB-4-Score ein effektives Instrument zur Risikostratifizierung darstellt und sich hervorragend für den Einsatz in der Primärversorgung eignet.« Bisher werden aber beim Check-up 35 weder ein Blutbild noch die Leberwerte bestimmt. 

Einfach Ultraschall-Untersuchung entdeckt Fettleber

Bei auffälligen Screening-Werten sollten die Patienten eine Leber-Elastografie bekommen. Dabei wird die Lebersteifigkeit gemessen. Es handelt es sich um eine nicht invasive, ultraschallbasierte Methode zur frühzeitigen Erkennung von Leberfibrose und -zirrhose. Dabei wird ermittelt, wie schnell sich ein mechanischer Impuls im Lebergewebe ausbreitet – jeschneller desto steifer ist bereits das Gewebe.

Zudem lasse sich schon mit einem einfachen Ultraschall eine Verfettung erkennen und vermessen, bei Fetteinlagerungen erscheint die Leber heller und ist vergrößert Die Untersuchung müsse aber angemessen vergütet werden, damit sie flächendeckend angeboten werden kann.

»Ein Gesundheits-Check-up ohne strukturierte Leberdiagnostik lässt eine der häufigsten chronischen Erkrankungsgruppen unberücksichtigt«, so Wedemeyer. Lebergesundheit müsse zu einem festen Bestandteil der Präventionsstrategien in Deutschland werden. Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland haben laut DGVS eine Fettleber. Bis zu fünf Millionen Menschen leiden an chronischen Leberentzündungen.

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