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Impfung oder Infektion
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Die humorale Immunität gegen das Coronavirus hält an

Viel ist über die Dauer eines Immunschutzes gegen SARS-CoV-2 nach einer Impfung, Erkrankung oder nach Impfung plus Erkrankung (Hybridimmunität) diskutiert worden. Jetzt zeigen Langzeitdaten von mehr als 8000 Längsschnittproben, dass die humorale Immunität gegen SARS-CoV-2 langanhaltend ist.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 30.08.2023  09:00 Uhr
Symptomatische Erkrankung durch Virusvarianten möglich

Symptomatische Erkrankung durch Virusvarianten möglich

Die Autoren weisen darauf hin, dass eine langanhaltende Immunreaktion nicht unbedingt langanhaltend vor einer symptomatischen Erkrankung schützt. Denn wenn sich das Virus verändert und so einer neutralisierenden Antikörperreaktion entkommt, erkrankten die Menschen wieder.

Dies wurde mit dem Auftauchen der Omikron-Variante, die sich mit mehr als 30 Mutationen im Spike-Protein deutlich von allen anderen Virusvarianten unterschied, offensichtlich. In der Zeit vor Omikron hatte es nur sehr wenige Durchbrüche in der Studienkohorte gegeben und diese vor allem bei Personen, die immunnaiv geimpft worden waren. Mit dem Auftauchen von Omikron änderte sich das: Jetzt wurden Durchbruchinfektionen auch bei Personen gesehen, die eine Hybridimmunität entwickelt hatten, obwohl diese nach wie vor besser geschützt waren als die immunnaiv Geimpften. Daraus lässt sich ableiten, dass ein relativ stabiler Antikörpertiter gut ist, selbst wenn diese Antikörper nicht in der Lage sind, die neueren Varianten zu neutralisieren.

Die Frage, wie Durchbruchinfektionen einzuschätzen sind, wird durch die Studie dahingehend beantwortet, dass ein erster Durchbruch bei Menschen, die noch nie infiziert waren, wie eine Auffrischungsdosis wirkt. Eine Durchbruchinfektion bei einer hybridimmunen Person führt hingegen nicht zu einer starken Erhöhung der Antikörpertiter im Serum. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass die Virusreplikation und damit die Antigenexposition bei diesen Personen deutlich geringer ist.

Zusammenfassend kommen die Forschenden auf Basis dieser einzigartigen Longitudinalstudie zu dem Schluss, dass mRNA-Impfstoffe keinesfalls nur eine kurzlebige Immunität hervorrufen.

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