Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Unterbewusstsein
-
Der Name prägt das Leben

Ob Beruf, Partner oder Wohnort – unser Name kann unsere Entscheidungen beeinflussen. Diverse Studien kommen zum selben Schluss: Nomen est omen. Der Grund: Unser Gehirn liebt Vertrautes.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 03.03.2026  07:00 Uhr

Unser Name begleitet uns seit der Geburt – doch seine Wirkung wird oft unterschätzt. Ganz subtil beeinflusst er, welchen Beruf wir wählen, welche Menschen wir sympathisch finden und wo wir leben. Auch bei Konsumentscheidungen, Freundschaften oder Karrierechancen kann er eine Rolle spielen. Was zunächst nach Zufall klingt, zeigt sich in Studien als systematisches psychologisches Muster.

Das Gehirn bevorzugt Bekanntes und Vertrautes – und das gilt auch für den eigenen Namen und seine Buchstaben. Die Psychologie spricht vom Name-Letter-Effekt. Dahinter steckt unter anderem der Mechanismus des sogenannten »Implicit Egotism«. Diese Form des Egoismus beschreibt die Tendenz, sich selbst, die eigenen Interessen und Entscheidungen sowie den eigenen Charakter grundsätzlich wohlwollend zu betrachten – und Ähnliches zu bevorzugen. Frei nach dem Motto: Mir gefällt, was mir ähnelt.

Eine weitere Erklärung für den Name-Letter-Effekt ist, dass positive Erfahrungen stärker im Gedächtnis bleiben, weil wir sie intensiver wahrnehmen und insgesamt besser bewerten als negative. Da der eigene Name und seine Buchstaben positiv konnotiert sind, wird das gute Gefühl einfach auf andere Personen oder Dinge übertragen. 

Der Klang entscheidet mit

Der US-amerikanische Psychologieprofessor Dr. Brett Pelham vom Montgomery College hat über Jahrzehnte zahlreiche Studien zu diesem Thema durchgeführt. Dabei fand er unter anderem heraus: Menschen zieht es statistisch häufiger in Städte, deren Anfangsbuchstaben auch in ihrem eigenen Namen vorkommen. Eine Laura lebt also überdurchschnittlich oft in Los Angeles, ein Kevin in Kansas City – und Giorgia oder Virginia bevorzugen die gleichnamigen Bundesstaaten.

Die Partnerwahl bildet bei diesem Prinzip keine Ausnahme. Paare, deren Geburtsnamen mit denselben Anfangsbuchstaben beginnen, kommen etwas häufiger zusammen, wie die Analyse gängiger Familiennamen ergab. So heiraten zwei Smiths doppelt so oft einander wie ein Smith und eine Brown.

Bei der Berufswahl fand Pelham ebenfalls Hinweise. Ein Denny oder eine Dena entschieden sich überproportional häufig für die Zahnmedizin (dentist). Lawrence und Laura waren vermehrt in juristischen Berufen (lawyers) vertreten, und Geoffrey sowie George fanden sich mit höherer Wahrscheinlichkeit in den Geowissenschaften wieder.

Eine Analyse von mehr als 200.000 deutschen Profilen in einem Online-Berufsnetzwerk brachte einen weiteren Aspekt ins Spiel: Personen mit adelig klingenden Nachnamen wie König, Kaiser oder Fürst waren häufiger in Führungspositionen vertreten als Menschen mit Namen wie Becker, Koch oder Bauer. Die Forschenden heben jedoch hervor, dass es zum Glück noch andere Kriterien für beruflichen Erfolg gibt.

Mehr von Avoxa