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Digitalisierung
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»Der Apotheker wird zum digitalen Gesundheitsarchitekten«

Apotheken und Pharmazie müssen sich neu definieren und den digitalen Wandel des Gesundheitssystems aktiv mitgestalten, sagt der Medizininformatiker Ludwig Christian Hinske. Die Medikamentenherstellung und die Behandlung von Krankheiten werden sich verändern.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 30.03.2026  15:30 Uhr

KI beschleunigt Medikamentenentwicklung

Auch im Bereich der Medikamentenforschung sei künstliche Intelligenz ein »Gamechanger«. »Die Medikamentenentwicklung wird sich dadurch beschleunigen«, so Hinske. Auch im Bereich der Diagnostik gibt es jetzt bereits rasante Entwicklungen. Der Medizininformatiker stellte ein KI-Modell vor, das von Wissenschaftlern des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) entwickelt wurde. Dieses KI-Modell kann das langfristige individuelle Risiko für mehr als 1000 Krankheiten bewerten. Es wurde anhand anonymisierter medizinischer Daten aus Großbritannien und Dänemark trainiert und getestet und kann gesundheitliche Ereignisse über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt vorhersagen. »Mit mehr Daten lassen sich bessere KI-Modelle trainieren«, so Hinske. 

Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Als Beispiel nannte Hinske ds Programm Doctronic. Dabei handelt es sich um ein Modell, das Rezepte von einer KI erstellen und freigeben lässt. Auf der Website des Unternehmens wird das Modell als »AI doctor« beschrieben, also als KI-Arzt. »Das ist ein World First in Utah«, so der Digitalisierungsexperte. Es gibt jedoch auch Kritik. So habe es einen erfolgreichen Hackerangriff auf das Modell gegeben, worauf die Firma nicht reagiert habe. Auch die dahinter liegenden Daten werden nicht freigegeben, sodass Entscheidungen nicht nachvollzogen und reproduziert werden können.

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