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Neue Broschüre der DAlzG
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Das Leben ist kunterbunt ‒ Demenz auch

Pünktlich zum »Pride Month« Juni hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) erstmals eine Broschüre veröffentlicht, die sich mit den Lebensrealitäten queerer Menschen mit Demenz befasst. »Demenz und queer« soll sowohl LSBTIQA*-Personen und ihre An- und Zugehörigen als auch in der Beratung und Pflege tätige Fachpersonen unterstützen, wenn eine Demenzerkrankung auftritt.
AutorKontaktPZ
Datum 15.06.2026  11:30 Uhr

Wenn queere Menschen mit Demenz Teile der eigenen Geschichte vergessen, können daraus ganz neue Situationen und Verunsicherungen entstehen. Zum Beispiel: Wer weiß von der queeren Identität ‒ und wer nicht? Darf ich mich offen zeigen, oder werde ich dann von der Polizei verfolgt? Manchmal ist eine frühere heterosexuelle Beziehung wieder präsent, die mit der aktuellen gleichgeschlechtlichen Person aber nicht mehr.

Angesichts einer langen Geschichte der Verfolgung von homosexuellen und queeren Menschen, die viele der heute Älteren noch selbst erlebt haben, handele es sich um ein komplexes Thema, das neben Wissen auch Sensibilität erfordert, teilte die Gesellschaft mit.

Die Veröffentlichung geht nach DAlzG-Angaben auf ein Projekt des Kompetenzzentrums Demenz in Schleswig-Holstein zurück. Da die Nachfrage so groß gewesen sei, gebe es nun eine überarbeitete und aktualisierte Version. Ziel ist es demnach, alle Beteiligten für die Vielfalt von Lebensgeschichten im Kontext mit Demenz zu sensibilisieren, um einer Diskriminierung im Pflege- und Versorgungsalltag vorzubeugen. Es gilt, Unsicherheiten im Umgang damit zu reduzieren sowie queeren Personen mit Demenz die Zugänge zu Pflege und Beratung zu erleichtern.

Swen Staack, erster Vorsitzender der DAlzG, betonte: »Queere Menschen mit Demenz dürfen nicht erneut in die Unsichtbarkeit geraten. Sie haben das gleiche Recht auf Würde, Verständnis und eine Versorgung, die ihre Lebensgeschichte respektiert – genau dafür setzen wir mit dieser Broschüre ein klares Zeichen.«

Anneke Wilken-Bober vom Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein sagte: »Menschen mit Demenz sind nicht nur hetero und weiß. Vielfalt lebt vom Mitmachen, und es braucht viele Menschen, die sich positionieren. Jahrzehntelang haben beispielsweise Lesben, Schwule und auch Transpersonen um Sichtbarkeit gekämpft. Sie brauchen Verbündete: Menschen, die sich in unserer immer noch stark heteronorm geprägten Gesellschaft für sie einsetzen.«

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