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Typ-2-Diabetes
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Darmbakterien verraten das Risiko

Die Bakterien im Darm spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes. Bereits Jahre vor Ausbruch der Erkrankung sind spezifische Veränderungen im Darmmikrobiom nachweisbar. Eine ballaststoffarme Ernährung macht dabei Freunde zu Feinden.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 07.07.2026  16:00 Uhr

Bei Menschen, die Jahre später an Typ-2-Diabetes (T2D) erkranken, lassen sich bestimmte Bakterien in der Darmmikrobiota sowie Schwankungen im Stoffwechsel nachweisen. Dies hat eine schwedische Studie unter der Leitung von Forschern der Chalmers Universität in Göteborg gezeigt. Die Entdeckung könnte den Weg für die frühzeitige Identifizierung von Personen mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung eines T2D und eine bessere Prävention ebnen.

Die groß angelegte epidemiologische Studie umfasste 4685 schwedische Erwachsene, deren Mikrobiome anhand von Stuhlproben untersucht wurden. Von allen Studienteilnehmern erkrankten 383 nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von fünf Jahren an Diabetes. In den Darmmikrobiota dieser Personen wurden frühzeitig gemeinsame Merkmale festgestellt, wie das Team um Dr. Gaël Toubon im Fachjournal »Cell« schreibt.

Sechs Bakterienarten waren mit einem höheren späteren T2D-Risiko verbunden: Desulfovibrio piger, Alistipes communis, Alistipes finegoldii, Akkermansia muciniphila, Ruminococcus gnavus sowie eine bislang wenig charakterisierte Lachnospiraceae-Art. Die Hazard Ratios bewegten sich zwischen 1,029 und 1,044 und waren statistisch signifikant mit eintretendem T2D assoziiert. Damit war eine höhere relative Häufigkeit dieser Bakterien mit einem leicht erhöhten Diabetesrisiko von etwa 3 bis 4 Prozent verbunden.

Mit einem niedrigeren Risiko waren hingegen ein Bakterium der Gattung Erysipelotrichaceae, Coprococcus catus und das nicht klassifizierte Clostridium SGB6317 assoziiert. Hier lagen die Hazard Ratios zwischen 0,945 und 0,961.

Die Autoren folgern, dass das Darmmikrobiom eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes spielen könnte und künftig zur Risikovorhersage oder für personalisierte Präventionsstrategien genutzt werden könnte.

»Wir haben im Mikrobiom neun Bakterien identifiziert, die mit dem Risiko einer Erkrankung in Verbindung stehen. Eine sehr interessante Erkenntnis ist, dass die Ernährungsgewohnheiten einer Person offenbar eine Rolle spielen und darüber entscheiden, ob bestimmte Bakterien im Darm nützlich oder schädlich sind«, sagt Toubon in einer Pressemitteilung der Universität.

Ballaststoffzufuhr ist A und O

Überraschend für die Forscher war, dass auch Akkermansia muciniphila bei den Teilnehmern, die an Diabetes erkrankten, vermehrt nachweisbar war. Normalerweise wird dieses Bakterium mit gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Bei zu geringer Ballaststoffzufuhr beginnt es allerdings, die schützende Schleimschicht des Darms abzubauen und so Entzündungen und Stoffwechselstörungen zu begünstigen.

»Unsere Studie konnte Veränderungen in der Darmmikrobiota bereits mehrere Jahre vor Ausbruch der Krankheit nachweisen. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Zusammensetzung des Mikrobioms eine Rolle bei der Entstehung von Diabetes spielt – und nicht umgekehrt«, so Toubon. »Künftig könnten diese Bakterien als Biomarker genutzt werden, um Personen zu identifizieren, bei denen ein Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes besteht.« Die Ergebnisse unterstützen die allgemeine Empfehlung, ballaststoffreiche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte zu sich zu nehmen.

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