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USA
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CVS Health setzt auf kleine Nachbarschaftsapotheken

Das US-Unternehmen CVS Health fokussiert sich zunehmend auf reine Apothekenbetriebe. Diese kleinen Standorte mit klarem Fokus auf das Apothekengeschäft sind nach eigenen Angaben nur ein Baustein der Bemühungen des Konzerns, die Apothekenbranche neu zu erfinden.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 02.04.2026  13:00 Uhr

Eigentlich gehört CVS Health neben Walgreens zu den größten Apothekenketten in den Vereinigten Staaten.  Der Branchenriese verfolgt ein integriertes Versorgungsmodell, das Apotheken, Gesundheitsdienstleistungen und Einzelhandel mit Drogerie- und Haushaltswarenartikeln in einem System bündelt. 

Nun will sich der Konzern auch auf reine Apothekengeschäfte konzentrieren: »Apotheker gehören zu den am leichtesten zugänglichen und vertrauenswürdigsten Gesundheitsdienstleistern«, sagte Len Shankman, Executive Vice President und Präsident des Bereichs Pharmazie und Verbrauchergesundheit bei CVS Health. »Wir wissen, wie wichtig es für Patienten ist, sich persönlich mit ihrem Apotheker austauschen zu können, ihre Fragen beantwortet zu bekommen und bei Bedarf Rat zu ihren Medikamenten einzuholen.«

Knapp 20 neue Standorte als kleine, spezialisierte Nachbarschaftsapotheken sollen in diesem Jahr in den USA entstehen. Zwei Filialen wurden bereits in Birmingham (Alabama) und Chicago eröffnet, weitere Apotheken sollen in Houston, Roxbury, Detroit und Brooklyn (New York) folgen. Laut Shankman sollen diese Betriebe es den Apothekenteams ermöglichen, »die Beziehungen zu den Patienten – ihren Freunden und Nachbarn – weiter zu pflegen und in Gemeinden, die uns brauchen, eine praxisnahe pharmazeutische Versorgung zu gewährleisten«.

Zugang zur Versorgung verbessern

Die reinen Apothekenstandorte sind nach Firmenangaben nur ein Baustein der Bemühungen des Unternehmens, die Apothekenbranche neu zu erfinden. Dieser Ansatz orientiere sich an den vielfältigen Bedürfnissen der jeweiligen Gemeinden und helfe dem Konzern, seine Patienten vor Ort besser zu unterstützen und auf die Veränderungen in der Branche zu reagieren. Zudem soll damit auch der Zugang zur pharmazeutischen Versorgung verbessert und Versorgungslücken geschlossen werden.

Mit einer durchschnittlichen Fläche von rund 280 Quadratmetern sollen die Apothekenstandorte sicherstellen, dass Patienten Zugang zu verschreibungspflichtigen Medikamenten und der vertrauenswürdigen Beratung ihres CVS-Apothekers vor Ort haben. Jeder Standort verfüge über eine vollwertige Apotheke mit einer individuellen Auswahl an rezeptfreien Produkten.

Die kleineren, spezialisierten Nachbarschaftsapotheken ergänzen laut Unternehmensangaben verschiedene andere Formate des Konzerns, die bereits landesweit etabliert seien, wie etwa die traditionellen CVS-Pharmacy-Filialen mit vollem Serviceangebot, Shop-in-Shop-Apotheken (zum Beispiel in Target- und Schnucks-Supermärkten), CVS-Pharmacy-Filialen mit einer »MinuteClinic-Arztpraxis« sowie »CVS-Pharmacy- und Oak-Street-Health«-Gesundheitszentren, die sich vorwiegend in Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Medicaid-Versicherten befinden.

Herausfordernde Marktdynamik

CVS Health reagiert mit seinem Vorstoß der Nachbarschaftsapotheken auf wichtige Erkenntnisse aus seinem »Rx-Report«, der im Oktober 2025 veröffentlicht wurde. Darin ist deutlich geworden, dass 80 Prozent der befragten Patientinnen und Patienten die persönliche Beratung in der Apotheke bevorzugen und fast die Hälfte die Apotheke wechseln würde, wenn nur noch digitale Optionen zur Verfügung stünden. Zudem hat die überwiegende Mehrheit der befragten Apothekerinnen und Apotheker angegeben, dass der persönliche Kontakt weiterhin unerlässlich ist.

»Für CVS Pharmacy hat die Rolle als Anlaufstelle für die Gesundheit der Bevölkerung höchste Priorität. Das bedeutet, eine leicht zugängliche Gesundheitsversorgung am richtigen Ort und zur richtigen Zeit anzubieten. Während viele Apotheken in den letzten Jahren Filialen geschlossen haben, hat CVS Pharmacy das Filialnetz strategisch neu ausgerichtet und neue Apotheken eröffnet«, heißt es in dem Bericht.

Die Apothekenbranche sei auch weiterhin mit einer herausfordernden Marktdynamik sowie einer wachsenden Nachfrage nach lokaler, leicht zugänglicher Versorgung konfrontiert. Apotheken müssten sich weiterentwickeln, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, schlussfolgern die Autoren des Berichts. »Sie müssen Technologien nutzen, um Komfort und Personalisierung zu fördern und gleichzeitig die für Patienten und Apotheker so wichtigen menschlichen Beziehungen zu bewahren.« Die Ausbildung und Weiterentwicklung der nächsten Generation von Apothekern, unterstützt durch umfassende Stipendien- und Studienbeihilfeprogramme, trage ebenfalls dazu bei, einen nachhaltigen Fachkräftenachwuchs zu sichern. 

»Wir sind überzeugt, dass die Gesundheitsversorgung am besten vor Ort, in der Gemeinde, durch vertrauenswürdige, fürsorgliche und technisch versierte Mitarbeiter gewährleistet wird«, ergänzte Len Shankman. Er sagte auch: »Unsere Kunden und Patienten möchten so einkaufen und interagieren, wie es am besten in ihren vollen Terminkalender passt. Ob persönlich, online oder in einer Kombination aus beidem – unsere Apotheken vor Ort bieten erstklassigen Service durch konsistente, vernetzte und personalisierte Erlebnisse. Wir sind für unsere Kunden da, wann und wie sie uns brauchen.«

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