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Europa
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Covid-19-Impfungen – was dürfen Apotheker in anderen Ländern?

In Europa sind die Pharmazeuten unterschiedlich stark in die Covid-19-Impfungen eingebunden. Oft bremsen rechtliche Hürden ihren Einsatz. Viele Berufsverbände pochen jedoch auf Gesetzesänderungen. Ein Überblick.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 04.08.2021  14:30 Uhr

Italien erlaubt Impfung mit Janssen und Astra-Zeneca

Dagegen dürfen sich die italienischen Pharmazeuten über einen neu ins Leben gerufenen Impfplan ihres Gesundheitsministeriums freuen. Seit Beginn der Pandemie schon haben Krankenhausapotheker das Handling, die Lagerung und den Transfer der Impfdosen überwacht. Auch Pharmakovigilanz-Tätigkeiten und Dokumentation gehörten zu ihren Aufgaben. Und seit Juni 2021 dürfen die Offizin-Apotheker auch selbst Impfungen von Johnson & Johnson und Astra-Zeneca verabreichen, sofern sie vorab den erforderlichen Trainingskurs absolviert haben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ihr Betrieb einen Rezeptions-, Administrations- und Überwachungsbereich besitzt.

Eine aktive Rolle in Sachen Impfstoff-Lagerung, Bestandmanagement und Patientenberatungen übernehmen ebenfalls die niederländischen Pharmazeuten – sowohl in den Apotheken vor Ort als auch in Kliniken. Impfen dürfen sie jedoch nach wie vor nicht. Anders ist die Situation in Portugal. Dort dürfen die Apotheker seit 2007 zwar grundsätzlich Impfungen verabreichen, für die Patienten dann aus eigener Tasche zahlen. Doch an der Covid-19-Impfkampage waren sie bislang nicht beteiligt, obwohl sie offiziell ihre Bereitschaft signalisiert hatten.

Dokumentationspflicht kam in Irland spät

Fast schon Tradition hat das Impfen in irischen Apotheken. Angefangen mit Grippeschutz-Impfungen im Jahr 2011, ist es Pharmazeuten inzwischen außerdem erlaubt, gegen Pneumokokken sowie Herpes Zoster zu impfen. Nicht überraschend kam dann während der Pandemie auch die Covid-19-Impfung dazu – nicht nur innerhalb der Offizin-Räume, sondern auch außerhalb. Obwohl die Berufsgruppe schon früh mithalf, hatte es der Studie zufolge anfangs noch keine Dokumentationspflicht gegeben, sodass sich die Höhe der nun geltenden Vergütung von 25 Euro pro Dosis plus 10 Euro für den Verwaltungsaufwand nachträglich nur noch schwer belegen lässt.

In Serbien impfen lediglich Krankenschwestern in Impfzentren. Ein Vorstoß der Pharmazeuten, in Zukunft zumindest Grippeschutz-Impfungen durchführen zu dürfen, lehnte das dortige Gesundheitsministerium im Februar 2021 ab. Die große Bereitschaft der Apotheker, Teil der Impfkampagne sein zu wollen, soll nun eine Untersuchung belegen, die zudem die Situation in Kroatien, Bulgarien und Rumänen beleuchtet.

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