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Experten warnen
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Corona-Infektion auch nach zwei Impfungen möglich

Zwei jetzt publizierte Studien erinnern daran, dass auch Geimpfte sich nicht zu sicher vor einer SARS-CoV-2-Infektion fühlen sollten. Zwar passiert es bislang selten. Die Daten zeigen jedoch, dass man auch nach einer Impfung nicht leichtfertig auf Schutzmaßnahmen wie die AHA-Regeln verzichten sollte.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 26.03.2021  10:54 Uhr

Versagerrate könnte rund um 1 Prozent liegen

Die Wissenschaftler resümieren, dass in der von ihnen untersuchten Kohorte das absolute Risiko, nach der Impfung positiv auf SARS-CoV-2 getestet zu werden, 1,19 Prozent bei den Mitarbeitern der UCSD und 0,97 Prozent bei denen der UCLA betrug. Das ist eine höhere Rate als in den Zulassungsstudien mit dem Moderna- und dem Biontech/Pfizer-Impfstoff.

Mögliche Erklärungen für dieses erhöhte Risiko sind die Verfügbarkeit regelmäßiger Tests für asymptomatische und symptomatische Personen an Kliniken, ein regionaler Anstieg der Infektionen in Südkalifornien während der Impfkampagnen und Unterschiede in den demografischen Merkmalen zwischen den Teilnehmern der Zulassungsstudien und den Klinikmitarbeitern. Letztere waren jünger und hatten insgesamt ein höheres Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, als die Teilnehmer der klinischen Studien.

Die Seltenheit positiver Testergebnisse 14 Tage nach Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis ist ermutigend und deutet darauf hin, dass die Wirksamkeit dieser Impfstoffe auch außerhalb der Studien im Wesentlichen erhalten bleibt. Da zwar ein geringes, aber dennoch ein reales Risiko für eine Infektion auch nach einer kompletten Grundimmunisierung besteht, warnen die Autoren beider Studien davor, auf nicht pharmazeutische Schutzmaßnahmen wie Abstandhalten und Maskentragen zu verzichten.

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