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Patientenfall
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CAR-T-Zellen gegen drei Autoimmunerkrankungen

Die Therapie mit CAR-T-Zellen ist eine individualisierte Therapie, die zur Behandlung B-Zell-induzierter Krebsarten eingesetzt wird, wenn gängige Therapien ausgeschöpft sind. Ein Fall aus Erlangen zeigt nun, dass auch ein Einsatz gegen B-Zell-vermittelte Autoimmunerkrankungen möglich ist.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 15.04.2026  15:00 Uhr

Beeindruckende Genesung

Nach der einmaligen Infusion von Zorpocabtagen autoleucel (Zorpo-cel, enthält 1.000.000 CAR-T-Zellen/kg Körpergewicht) erholte sich die Patientin so rasch, dass eine Entlassung aus dem Krankenhaus nach zehn Tagen möglich war. Zorpo-cel beseitigte die für die Autoantikörperbildung verantwortlichen B-Zellen sehr effektiv – deutlich effektiver als das gegen CD20 gerichtete Rituximab.

Nebenwirkungen wie ein Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS) oder Infektionen im Nachgang der Therapie traten nicht auf. Lediglich die Transaminasen stiegen an. Nach sieben Tagen erhielt die Patientin ihre letzte Erythrozyten-Transfusion. Bis Tag 25 hatte sich der Hämoglobinwert normalisiert. Die Marker für das Antiphospholipid-Syndrom sanken ebenfalls langsam ab und sind seither negativ. Marker der autoimmunhämolytischen Anämie waren nach 28 Tagen nicht mehr nachweisbar und die Thrombozytenwerte stiegen ab Tag 65 wieder an. Die Antikoagulation, die in niedriger Dosierung beibehalten wurde, konnte an Tag 320 beendet werden.

Neue B-Zellen bildeten sich erst nach Absterben der CAR-T-Zellen nach zehn Monaten. Labortests zeigten, dass diese neuen B-Zellen zu 98 Prozent »naiv« waren, das heißt, nicht in der Lage waren, Autoantikörper zu bilden.

Auch ein Jahr nach der Therapie benötigte die Patientin keine Transfusionen oder anderweitige Behandlungen mehr. Einzig die Zahl der Leukozyten blieb erniedrigt und die Leberenzyme erhöht. Dies führen die Mediziner allerdings eher auf die über zehn Jahre andauernden verschiedenen Immuntherapien zurück.

»Die Schnelligkeit und das Ausmaß des Ansprechens waren bemerkenswert«, sagt Dr. Fabian Müller, korrespondierender Autor. »Wir glauben, dass ein früherer Einsatz der CAR-T-Therapie bei Patienten mit schweren Autoimmunerkrankungen dazu beitragen könnte, Komplikationen zu verhindern, die durch jahrelange erfolglose Behandlungen entstehen.«

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