| Theo Dingermann |
| 19.10.2026 09:00 Uhr |
Besonders relevant für eine mögliche klinische Anwendung sind die Untersuchungen mit menschlichen Immunzellen. In humanisierten Mausmodellen gelang es ebenfalls, humane NK-Zellen direkt im Organismus mit CAR-mRNA auszustatten. Bei einem CD19-positiven Raji-Lymphom exprimierten mehr als 60 Prozent der humanen NK-Zellen den therapeutischen Rezeptor. Die Behandlung führte bei allen fünf untersuchten Mäusen zu einer vollständigen Tumorremission. Die Wirksamkeit war mit der konventionell außerhalb des Körpers hergestellten CAR-NK-Zelltherapie vergleichbar, wenngleich die Tumorelimination etwas langsamer erfolgte.
Auch bei einem Modell der CD7-positiven T-Zell-Leukämie erwies sich die Strategie als wirksam. Hier verwendeten die Forschenden eine speziell für den menschlichen NKG2A-Rezeptor optimierte Nanopartikelformulierung. Bei Tumorzellen mit hoher HLA-E-Expression führte sie zu einer raschen Tumorregression und war der NKG2D-gerichteten Variante deutlich überlegen. Damit bestätigte sich die Bedeutung der inhibitorischen NKG2A-HLA-E-Achse auch im humanisierten experimentellen System.
Sollte sich das Konzept klinisch bewähren, könnten künftig standardisierte, industriell herstellbare Nanopartikelformulierungen einen Teil der aufwendigen patientenindividuellen Zellherstellung ersetzen. Damit würde sich die CAR-Technologie möglicherweise nicht nur auf weitere Tumorerkrankungen und Autoimmunerkrankungen ausdehnen lassen, sondern auch für wesentlich mehr Patienten zugänglich werden.