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Immuntherapie
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CAR-NK-Zellen direkt im Körper herstellen

Die Herstellung gentechnisch veränderter Immunzellen könnte künftig erheblich einfacher werden. Forschende des Massachusetts Institute of Technology haben eine Technologie entwickelt, mit der sich natürliche Killerzellen (NK-Zellen) direkt im Organismus in therapeutisch wirksame CAR-NK-Zellen umprogrammieren lassen. Dazu verwenden sie speziell entwickelte Lipidnanopartikel, die gezielt NK-Zellen ansteuern und ihnen die mRNA für einen chimären Antigenrezeptor (CAR) übertragen.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 19.10.2026  09:00 Uhr

So erfolgreich Immuntherapien mit Zellen sind, die mit einem chimären T-Zell-Rezeptor (CAR) programmiert wurden, so aufwendig ist das Verfahren zur Herstellung solcher Zellen. Jetzt berichtet ein Team um Dr. Yuang Chen vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, USA, im Wissenschaftsjournal »Nature Biotechnology« über eine neue Strategie, die den Aufwand und damit auch die Kosten bisheriger CAR-Zelltherapien deutlich reduzieren könnte. Sie zeigen, wie man die Immunzellen, in diesem Fall natürliche Killerzellen (NK-Zellen), direkt im Körper modifizieren und so für das Ansteuern des Tumors umprogrammieren kann.

Dies gelingt den Forschenden mithilfe einer neuen Klasse zielgerichteter Lipidnanopartikel, die als NK-targeted lipid nanoparticles (NtLNP) bezeichnet werden. Anders als herkömmliche Lipidnanopartikel, die nach intravenöser Gabe bevorzugt von der Leber aufgenommen werden, besitzen diese Partikel spezifische Oberflächenliganden, die an Rezeptoren natürlicher Killerzellen binden. Dadurch können sie ihre mRNA-Fracht gezielt in diese Immunzellen einschleusen.

Die Suche nach geeigneten Oberflächenliganden

Die Forschenden entwickelten eine Bibliothek aus 24 unterschiedlichen Antikörperfragment-Konstrukten. Besonders erfolgreich waren sogenannte biparatopische Liganden. Solche Liganden zeichnen sich dadurch aus, dass sie gleichzeitig zwei unterschiedliche Epitope desselben Rezeptors erkennen.

Zwei Konstrukte erwiesen sich als besonders geeignet: BiNKG2D-LNP und BiNKG2A-LNP. Diese binden an die NK-Zell-Rezeptoren NKG2D beziehungsweise NKG2A und ermöglichen eine effiziente Aufnahme der Nanopartikel.

Mit den optimierten Formulierungen gelang es dann, bei Mäusen bis zu etwa 80 Prozent der NK-Zellen in Blut, Milz und Leber mit mRNA zu transfizieren. Gleichzeitig blieb die unerwünschte Aufnahme durch andere Immunzellpopulationen und Hepatozyten vergleichsweise gering.

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