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Londoner Studie

Brexit könnte Leben kosten

Ob mit oder ohne Deal – der Brexit wird große Auswirkungen auf die Ernährung der Briten haben. Das jedenfalls legt eine Studie um Paraskevi Seferidi von der Medizinischen Fakultät am Imperial College London nahe. Grund genug für die beteiligten Wissenschaftler, die Regierung vor den gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung zu warnen.
Jennifer Evans
13.02.2019
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Im Kern geht es bei der modellierten Untersuchung um die Frage, wie sich der EU-Austritt Großbritanniens auf die Obst- und Gemüse-Preise auswirkt und damit auf die Gesundheit der Bevölkerung. Die Studie spielt vier mögliche Brexit-Szenarien durch und zeigt, wie die Kosten für importiertes Obst und Gemüse künftig steigen werden. Daraufhin würde der Konsum zurückgehen, heißt es. Und das wiederum hätte ungünstige Auswirkungen auf die Häufigkeit kardiovaskulärer Erkrankungen.

Am schlimmsten würde die britische Bevölkerung demnach ein sogenannter No-Deal-Brexit treffen. Für dieses Szenario prognostizieren die Wissenschaftler, dass der Verzehr von Obst und Gemüse vermutlich um knapp 11,5 Prozent zurückgehen wird. Mit der Konsequenz, dass es zwischen 2021 und 2030 laut der Hochrechnungen 12.400 zusätzliche tödliche Koronarereignisse und Schlaganfälle geben könnte.

Seferidi ruft die Regierung des Landes daher dazu auf, bei den aktuellen wirtschaftlichen Verhandlungen und bei den nun folgenden Post-Brexit-Planungen die gesundheitlichen Konsequenzen für die Briten »sorgfältig abzuwägen«.

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