Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Schlafkrankheit
-
Breakthrough Prize 2023 für Narkolepsieforschung

In diesen Tagen werden Forschende für ihre herausragenden Leistungen nicht nur mit dem Nobelpreis geehrt. Den beiden Forschern Emmanuel Mignot und Masashi Yanagisawa wurde der »2023 Breakthrough Prize in Life Sciences« zuerkannt. Sie hatten die Ursache von Narkolepsie aufgeklärt und dadurch auch den Weg für neue Arzneimittel geebnet.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 06.10.2022  16:30 Uhr

Ähnlicher Mechanismus beim Menschen

Weitere Untersuchungen bestätigten, dass Menschen mit Narkolepsie tatsächlich auch kein Orexin produzieren. Nun belegen neuere Arbeiten aus dem Mignot-Labor, dass die Narkolepsie möglicherweise als eine Autoimmunerkrankung zu betrachten ist. Das körpereigene Immunsystem greift die Orexin-produzierende Neuronen an und zerstört sie.

»Das war also eine sehr dramatische, aufregende Konvergenz unserer beiden Labore, da beide Arbeitsgruppe aus völlig unterschiedlichen Richtungen (zu einer gemeinsamen Rationale für eine schwere Krankheit; ergänzt durch die PZ) kamen«, sagt Yanagisawa gegenüber dem »New Scientist«.

Hohe pharmazeutische Relevanz

Die Entdeckung von Mignot und Yanagisawa haben deutlich zu einem besseren Verständnis der Schlafphysiologie beigetragen. Erst kürzlich wurde mit Daridorexant der erste Orexin-Rezeptorantagonist als neuartiges Prinzip für Schlafmittel zugelassen.

Auch wird an Wirkstoffkandidaten gearbeitet, die als Orexin-Agonisten zur Behandlung von Narkolepsie eigesetzt werden. Die Erkenntnisse der beiden Forscherteams bilden auch hier die Basis für diese Entwicklung. »Wenn alles glatt läuft, wird es in vielleicht drei oder vier Jahren eine klinisch verfügbare medikamentöse Behandlung der Narkolepsie geben«, sagt Yanagisawa.

Mehr von Avoxa