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Herpesviren unter Verdacht
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Biomarker für Long Covid gefunden

Nach wie vor sind die Ursachen und Mechanismen, die nach einer SARS-CoV-2-Infektion bei etwa 5 Prozent der Infizierten zu anhaltenden Beschwerden führen, schlecht verstanden. Für die Betroffenen ist Long Covid eine extrem belastende Erkrankung, für die dringend eine gezieltere Diagnostik und eine wirksame Therapie gefunden werden muss. Jetzt gibt es einen neuen Ansatz.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 19.01.2024  12:30 Uhr

Neue Erkenntnisse noch nicht für Routine-Tests nutzbar

Professor Dr. Maria Vehreschild, Leiterin des Schwerpunkts Infektiologie an der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Frankfurt sagt: »Diese Daten passen sehr gut zu den bisher aufgestellten Hypothesen zur Entstehung von Long Covid. Alle Hypothesen gehen davon aus, dass eine Fehlregulation des Immunsystems zu einer Entzündungsreaktion führt, die die typischen Beschwerden verursachen. Dabei werden Herpesviren aktuell als eine wahrscheinliche Ursache für diese Fehlaktivierung vermutet.« Man könne an den publizierten Daten aber auch sehen, dass die Trennschärfe nicht in jedem Fall eine eindeutige Trennung zwischen gesunden Freiwilligen und Long-Covid-Patienten erlaube.

Schließlich weist Professor Dr. Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV und Leiter des Long-Covid-Zentrums am Universitätsklinikum Jena, darauf hin, dass sich die Ergebnisse (noch) nicht in die tägliche Routine übertragen lassen. Es gebe bisher keinen schnell verfügbaren diagnostischen Test, der die beschriebenen Veränderungen adressiert.

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