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SAV-Vorsitzender Thomas Dittrich

»Bieten Sie die neuen Dienstleistungen an!«

»Dramatische Entwicklung« in Sachsen

Der SAV-Vorsitzende äußerte sich auch ausführlich zum Bundestagswahlergebnis. Er wies darauf hin, dass 26 Prozent der Erststimmen in Sachsen an die AfD gingen. Bis auf einzelne Direktmandate hat die AfD fast alle Mandate in Sachsen gewonnen. Dittrich bewertete dies als »dramatische Entwicklung« – auch für die Apotheker. Denn: Einige wichtige Ansprechpartner des SAV im Gesundheitsausschuss hätten durch die Stärke der AfD kein Mandat mehr. Als Beispiel nannte Dittrich den ehemaligen CDU-Abgeordneten Alexander Krauß, der im Erzgebirgskreis sein Mandat verlor und in der vergangenen Legislaturperiode im Gesundheitsausschuss saß.

Lob und Dank an die Kollegen

Lobende Worte fand Dittrich allerdings mit Blick auf die Leistung seiner Kollegen während der Pandemie. Der SAV-Chef präsentierte beeindruckende Zahlen: Die Apotheken leisteten seit Beginn der Pandemie rund 450.000 Botendienste, das sind rund 50 Prozent mehr als davor. Sie haben rund 510 Millionen Schutzmasken verteilt, rund 50 Millionen Impf- und Genesenenzertifikate ausgestellt, pro Woche mindestens 1 Million Dosen Coronavirus-Impfstoffe an Ärzte verteilt, zudem hätten mehr als 6000 Apotheken Coronavirus-Schnelltests angeboten. »Das hat uns bis zum Rande der Erschöpfung gebracht. Dafür bedanke ich mich ausdrücklich bei Ihnen!«  Kritisch bewertete Dittrich einen aktuellen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz (GMK). Die GMK hatte laut dem SAV-Chef ein Papier zu den ersten Lehren aus der Pandemie beschlossen und die Apotheken darin nicht erwähnt. Dittrich dazu: »Aus meiner Sicht hätte es sich gehört, uns da lobend zu erwähnen.«

Apotheker sollten digitalen Arbeitsplatz einrichten

Der Verbandschef sprach auch die Einführung des E-Rezepts an. Zwar äußerte sich Dittrich nicht zum aktuellen Einführungsstand. Er gab den Apothekern aber einige wichtige Hinweise, wie sie sich auf die E-Verordnungen vorbereiten können. Er appellierte beispielsweise an die Apothekeninhaber, die Softwarehäuser umgehend anzusprechen, falls diese noch keine Module zur E-Rezept-Abwicklung in ihre Produkte integriert hätten. Zudem empfahl Dittrich seinen Kollegen, einen digitalen Arbeitsplatz einzurichten, an dem alle eingehenden E-Rezepte bearbeitet werden können. Denn: »Die einzelnen Rezept-Codes können auch an verschiedene Apotheken verteilt werden. Sie sollten Anfragen zur Rezept-Übermittlung, die online im System eintreffen somit schnell beantworten!«

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