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Selbstmedikation
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Bewährte Mittel gegen Halsschmerzen

Grippale Infekte kündigen sich in der Regel mit einem Kratzen im Hals an. Auch stärkere Halsschmerzen können dabei auftreten. Im OTC-Sortiment gibt es zahlreiche Präparate, die die Beschwerden lindern können.
AutorKontaktMaria Pues
Datum 11.11.2025  18:00 Uhr
Umstritten: Lokalantiseptika und -antibiotika

Umstritten: Lokalantiseptika und -antibiotika

Nicht unumstritten ist der Einsatz von Lokalantiseptika wie Amylmetacresol (zum Beispiel Dobensana®), Benzalkoniumchlorid (zum Beispiel Dorithricin®, Cetylpyridiniumchlorid (zum Beispiel Anginetten®) oder Octenidin (zum Beispiel Laryngomedin®). Sie wirken vermutlich über eine Adsorption an Bakterienzellwände, die letztendlich zu deren Zerstörung führt. Allerdings sind grippale Infekte in erster Linie viral bedingt. Lokalantiseptika können jedoch sinnvoll sein, wenn eine bakterielle Beteiligung vermutet wird oder dieser vorgebeugt werden soll. Entsprechendes gilt auch für Lokalantibiotika wie Tyrothricin (etwa Dorithricin®).

Als reizlindernd haben sich außerdem verschiedene Pastillen bewährt. Dazu gehören Sole-Lutschtabletten (etwa Emser Pastillen®) und solche mit verschiedenen pflanzlichen Auszügen. Letztere enthalten meist Extrakte aus Schleimstoffdrogen, zum Beispiel aus Eibisch (etwa Lemocin® ProHydro), Isländisch Moos (etwa Isla® Moos) oder Primel (etwa Ipalat®). Aber auch Hyaluronsäure (etwa GeloRevoice®) kommt hier zum Einsatz. Zwar wirken sie gegen Schmerzen schwächer und kürzer, eignen sich aber auch für eine regelmäßige Anwendung zur Schleimhautbefeuchtung, etwa bei trockener Raumluft. Entzündungshemmende Eigenschaften besitzen Auszüge aus Kamille (etwa Kamillosan®) oder Salbei (etwa Salviathymol®).

Je nach Stärke der Beschwerden sind damit verschiedene Optionen verfügbar. Bei der Auswahl eines Präparates sollte außerdem nach Vorerkrankungen gefragt werden. Für alle Optionen gilt: Sie können akute Beschwerden zwar lindern; den Verlauf des grippalen Infektes jedoch nicht beeinflussen. 

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