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AOK und Staatsanwaltschaft warnen
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Betrug im Gesundheitswesen ist zu einfach

Die AOK Bayern und die »Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen« (ZKG) warnen gemeinsam, dass Abrechnungsbetrug in Deutschland zu einfach sei. Jedes Jahr entstünden so Schäden in Milliardenhöhe.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 16.10.2026  13:55 Uhr
Verfahren vor allem gegen Ärzte und Pflegedienste

Verfahren vor allem gegen Ärzte und Pflegedienste

Torsten Haase präsentierte auch Zahlen zu den unterschiedlichen Berufsgruppen. Knapp 30 Prozent der Verfahren der ZKG richten sich demnach gegen Ärztinnen und Ärzte, 20 Prozent gegen Pflegedienste und 10 Prozent noch immer gegen Corona-Testzentren. Verfahren gegen Apothekerinnen und Apotheker seien seltener und wurden in der Statistik nicht gesondert aufgeführt. »Das Risiko, entdeckt zu werden, wird von vielen Tätern als gering eingeschätzt. Zu oft treffen sie auf Kontrollsysteme, die bürokratisch, personalintensiv oder leicht zu umgehen sind«, sagte Haase.

Nina Siegert, Bereichsleiterin Fehlverhaltensbekämpfung bei der AOK Bayern, erklärte, dass sich Betrugsfälle nicht immer an der Rechnung erkennen ließen. »Was anfangs plausibel erscheint, kann sich im Zusammenhang mit weiteren Informationen als auffällig erweisen. Wir schöpfen daher alle Möglichkeiten aus, die uns der Gesetzgeber zur Verfügung stellt. Wir gehen jedem Hinweis nach, prüfen gründlich und bearbeiten einige Fälle über Jahre hinweg.« Als Beispiel nannte sie einen Pflegedienst, dessen Abrechnungen unauffällig aussahen. Doch dann habe es anonyme Hinweise auf sogenannte »Fake-Touren« gegeben.

Auf der Pressekonferenz wurde immer wieder betont, wie wichtig diese Hinweise aus der Bevölkerung seien. Doch Frank Firsching, alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats der AOK Bayern, erklärte, dass es noch mehr brauche. So erfordere der Einsatz Künstlicher Intelligenz einen klaren Rechtsrahmen, der die Auswertung der sensiblen Versichertendaten regelt. Hier müsse die Politik nachbessern. Auch der Datenaustausch mit anderen Krankenkassen und Behörden müsse erleichtert werden.

»Wir brauchen außerdem unangemeldete Prüfungen im Pflegebereich. Wenn man einem Betrüger eine Prüfung ankündigt, hat er die Möglichkeit, Vorkehrungen zu treffen, um die Überprüfungen ins Leere laufen zu lassen«, sagte Frank Firsching. Die Kranken- und Pflegeversicherungen stünden unter massivem finanziellen Druck. »Wir können es uns einfach nicht leisten, Geld zu verschenken«, so der Vorsitzende des AOK-Verwaltungsrats.

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