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Hautpflege im Winter

Bei erkrankter Haut besonders wichtig

Kalter Wind im Freien, warme Heizungsluft drinnen und der abrupte Wechsel zwischen beiden bedeuten für erkrankte Haut häufig Stress. Für Patienten mit einer Hauterkrankung ist eine angepasste Hautpflege besonders wichtig.
Maria Pues
11.01.2021  07:00 Uhr

Fettreiche Cremes schützen die Haut im Winter vor den Einflüssen von kalter und/oder trockener Luft. Weitere Zusätze können dies unterstützen. Doch in bestimmten Fällen können fettreiche Cremes der Haut auch schaden. Drei Beispiele.

Neurodermitis

Bis zu 20 Prozent der Kinder und 2 bis 8 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden an Neurodermitis/atopischer Dermatitis. Bei der chronischen oder chronisch-rezidivierenden Hauterkrankung kommt es zu Störungen der Hautbarriere. W/O-Emulsionen mit einem hohen Fettanteil und einem hohen Gehalt an Linol- und Gamma-Linolensäure unterstützen den Aufbau einer normalen Hautbarriere. Lipidreiche Zubereitungen schützen die Haut im Winter vor Austrocknung. Auch hydratationsfördernde Wirkstoffe wie Harnstoff oder Glycerin bilden eine wichtige Säule bei der Pflege der Haut. Studien haben gezeigt, das Glycerin-haltige Topika außerdem Ekzemschüben vorbeugen und den Bedarf an topischen Glucocorticoiden senken können. Diese eignen sich auch für Kinder, da sie anders als Harnstoff keine Hautirritationen verursachen. Auch eine ausreichende Luftfeuchtigkeit tut der Haut gut. Im Winter sollten daher die Innenräume regelmäßig gelüftet und gegebenenfalls ein Luftbefeuchter verwendet werden.

Psoriasis

Das gilt auch für Patienten mit Psoriasis. 1,5 bis 2 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen ist hiervon betroffen, in Deutschland rund 2 Millionen Menschen. Psoriasis-Haut zeichnet sich durch eine beschleunigte Proliferationsrate der Keratinozyten aus. Sie erneuert sich nicht wie gesunde Haut alle 28 Tage, sondern bereits alle drei bis fünf Tage. Silbrige Schuppen auf rötlich-entzündeter Haut sind charakteristische Anzeichen.

Eine rückfettende Hautreinigung und eine anschließende Pflege mit fett- und feuchtigkeitsspendenden Zubereitungen bilden wesentliche Elemente der Hautpflege. Da der Gehalt an Harnstoff in der Haut reduziert ist, sollte dieser mit der Hautpflege zugeführt werden. Alternativ eignet sich Allantoin.

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