Manchmal fließen aber auch die Tränen, weil sich im Privaten gerade ein Schatten aufs eigene Leben gelegt hat – etwa in Form von Liebeskummer, einer Erkrankung oder einem Verlust im Umfeld. Die Emotionen, die damit verbunden sind, schwappen dann in den Job über.
»Dann ist das Weinen einfach ein Ausdruck eines erschütterten Menschen in diesem Moment«, sagt Prieß. Und damit eine ganz normale Reaktion. Dann sollte man, so rät die Expertin, ehrlich für sich prüfen, ob man in diesem Zustand seiner Arbeit überhaupt nachgehen kann – oder ob eine Auszeit notwendig ist.
Bleibt die Frage: Sollte man die Tränen später noch einmal ansprechen – oder es lieber lassen? Das ist eine individuelle Entscheidung.
Allerdings: »Manchmal hilft eine kurze gemeinsame Aussprache, in der Sie Ihre Tränen auf Augenhöhe kurz einordnen. Da genügen ein, zwei Sätze«, sagt Prieß. So übernimmt man Verantwortung – und das Umfeld weiß, woran es ist. »Und sollte Ihr Umfeld mit ein Grund für die Tränen sein, ist Ihre Einordnung die gleichzeitige Aufforderung zu einem Dialog auf Augenhöhe, um die Situation zu bereinigen.«